RESOLUTION: Verbände im Gesundheitswesen fordern Parität

Dentista-Präsidentin Dr. Rebecca Otto:
Schlüsselsektor Gesundheit kann Vorbild für die Wirtschaft sein

Im Rahmen eines Parlamentarischen Abend am 27. September in Berlin haben zwölf Verbände und Initiativen im Gesundheitswesen – darunter der Dentista e.V. – darauf aufmerksam gemacht, dass alle Entscheidungsebenen öffentlich-rechtlicher Körperschaften paritätisch besetzt sein müssen. In einer entsprechenden Resolution verwiesen die Verbandsvertreterinnen darauf, dass nur so die Personal- und damit auch die Patientenversorgung langfristig sichergestellt werden könne. Es brauche klare Zielvorgaben für alle Gremien, die Entscheidungen für gesetzlich und privat Krankenversicherte treffen. So könnte das Gesundheitswesen Vorbild für die Wirtschaft sein.

Mit namhaften Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten die Repräsentantinnen der Frauen- und Branchenverbände sowie Initiativen im Gesundheitswesen dringend nötige politische Weichenstellungen, um Diversität und weibliche Perspektiven in Vorständen und Gremien des Gesundheitswesens zu etablieren. Zu den Gästen zählten u. a. die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Sabine Dittmar, sowie Prof. Dr. Mandy Mangler, Chefärztin und Trägerin des Berliner Frauenpreises.

Frauen seien, so die Verbandsvertreterinnen, die tragende Kraft des Gesundheitswesens, drei von vier Beschäftigten seien schon heute weiblich. Ganz anders das Bild jedoch in den Chefetagen: Nur jede fünfte Position sei hier durch eine Frau besetzt. Das bedeute, dass weibliche Expertise und Lebenserfahrung fehle, „wenn wichtige Entscheidungen z.B. rund um Arbeitsbedingungen und -abläufe sowie Digitalisierung getroffen werden.“ Eine echte Kulturveränderung entstehe nur, wenn Frauen gleichberechtigt Einfluss nehmen könnten, so die Verbände in der gemeinsamen Resolution. Sie verweisen auf den Koalitionsvertrag, der die paritätische Beteiligung von Frauen in Führungsgremien des Gesundheitswesens vorsieht.

Die weibliche Expertise einzubringen, das sei auch Aufgabe und Ziel des Dentista e.V.  Präsidentin Dr. Rebecca Otto: „Es ist wichtig und richtig, dass sich hier Vertreterinnen verschiedenster Verbände im Gesundheitswesen verständigt haben, den Status Quo zu diskutieren, die Konsequenzen für uns Praxisinhaber*innen, unser Personal und vor allem für unsere Patient*innen aufzuzeigen, wenn nicht sehr bald ein Umdenken stattfindet. Es geht uns nicht um das bloße Fordern einer Quote, sondern es geht uns darum, das Gesundheitswesen zukunftsfähig zu machen: Die Arbeitsplätze in unseren Praxisteams auch morgen noch attraktiv gestalten zu können, die Rahmenbedingungen für unsere jungen Kolleginnen zu verbessern und so die Versorgung unserer Patient*innen auch in Zukunft sicherstellen zu können. Wir müssen und wir können im Schlüsselsektor Gesundheit Vorreiter für Parität in Institutionen sein – und so Vorbild werden für Wirtschaft und Gesellschaft.“

HOHE AUSZEICHNUNG: Bundesverdienstkreuz am Bande für Dr. Kerstin Finger

Wenn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit Menschen auszeichnet, die sich in herausragender Weise um Deutschland verdient gemacht haben, dann wird in diesem Jahr auch ein Dentista-Mitglied zu den Ausgezeichneten gehören: Dr. Kerstin Finger, niedergelassene Zahnärztin in Templin und bis zu ihrem Rücktritt im Sommer dieses Jahres Vizepräsidentin des Verbandes der ZahnÄrztinnen – Dentista e.V., wird vom Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekommen. Es ist eine zusätzliche Ehre, dass der Bundespräsident selbst unserer Kollegin das Bundesverdienstkreuz im Rahmen eines Empfangs am 30. September in Schloss Bellevue überreichen wird.

Ehemalige Dentista-Vizepräsidentin Dr. Kerstin Finger

Nach Angaben des Bundespräsidialamtes stehen die Auszeichnungen zum Tag der Deutschen Einheit in diesem Jahr unter dem Motto „Brücken bauen“. Für Dr. Kerstin Finger hat dieses Motto nicht die für Zahnärzte vielleicht naheliegende Bedeutung: Vielmehr versteht sie darunter die Pflicht von Stärkeren, Brücken zu Schwächeren zu schlagen, wenn jene das selbst nicht oder kaum leisten können.

Der Bundespräsident würdigt mit dieser Auszeichnung vor allem Dr. Fingers Verdienste um die zahnärztliche Versorgung von pflegebedürftigen und behinderten Menschen in der Uckermark. Sie gründete 2010 einen zahnärztlichen Hausbesuchsdienst. Mithilfe einer mobilen Behandlungseinheit versorgt sie seitdem jene Patienten in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung, die nicht mehr in der Lage sind, ihre Praxis aufzusuchen, und die ohne sie kaum noch eine Chance auf regelmäßige zahnmedizinische Versorgung hätten. Das Bundespräsidialamt schreibt dazu: „Ihr Hausbesuchsdienst ist mittlerweile großes Vorbild geworden – und doch finden sich noch viel zu wenige, die es ihr gleichtun“.

Der Bundespräsident weist in seinen Gründen für die Auszeichnung darauf hin, dass die Uckermark einer der größten und zugleich sehr dünn besiedelten Landkreise Deutschlands ist. Wenn Dr. Finger hier auch in den entlegensten Winkeln die zahnärztliche Versorgung sichert, bekommt sie die eigentliche Behandlung zwar von den Krankenkassen bezahlt, aber die oft sehr langen Fahrzeiten werden von niemandem vergütet. Dr. Finger selbst sagt dazu: „Ich habe auf Kosten der Gesellschaft studieren können, also ist es nur recht, der Gesellschaft auch etwas zurückzugeben“.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit würdigt der Bundespräsident auch das ehrenamtliche Engagement Dr. Kerstin Fingers in sozialen Projekten und auch in den zahnärztlichen Berufsverbänden. Vor ihrer Zeit als Vizepräsidentin von Dentista war Dr. Kerstin Finger von 2001 bis 2010 stellvertretende Vorsitzende im Vorstand des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte engagiert.

Dr. Rebecca Otto, Präsidentin des Dentista: „Ich gratuliere Kerstin Finger von ganzem Herzen zu dieser herausragenden Auszeichnung und Wertschätzung ihrer Arbeit. Frau Finger hat mit ihrem Engagement auf allen Ebenen gezeigt, dass ältere und pflegebedürftige Menschen zahnmedizinisch nicht vergessen werden dürfen. Neben der zahnärztlichen Tätigkeit war die Standespolitik ein Bereich, den sie ebenfalls mit Leidenschaft und Engagement mitgestaltet hat. Ich hatte die Gelegenheit, die letzten Jahre von ihrer Erfahrung und Besonnenheit zu profitieren, und Dentista hat sich mit ihrer Unterstützung zu einem starken Verband entwickelt. Wir gratulieren im Namen aller Dentistas.“

Die Verleihung des Verdienstordens wird am 30. September ab 11.00 Uhr in einem Livestream auf www.bundespräsident.de übertragen.

ZUKUNFTSKONGRESS 2022: World-Life-Balance

Es geht um die Themen Nachhaltigkeit und Praxisgründung beim diesjährigen digitalen „Zukunftskongresses Beruf und Familie“ – organisiert von BZÄK, BdZA und Dentista – der im Rahmen des Deutschen Zahnärztetages stattfinden wird. Am Samstag, den 12. November 2022, von 14 bis 17 Uhr, dreht sich der Kongress diesmal um das Motto „World-Life-Balance“.

Eröffnet wird das Webinar, moderiert von Dr. Lea Laubenthal, mit einem Vortrag des Präsidenten der Bundeszahnärztekammer Prof. Christoph Benz zum Thema „Wie man in zehn einfachen Schritten eine gutgehende Praxis ruiniert“. Anschließend beantwortet Dr. jur. Frank Lauterbach (Geschäftsführer Ärztekammer des Saarlandes, Abteilung Zahnärzte) die zehn häufigsten juristischen Fragen aus der Zahnarztpraxis und PD Dr. Daniel Hellmann (Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe) referiert über das Thema. „Nachhaltige Praxisführung – ökonomisch, sozial und ökologisch“. Im Vortrag des Bundesverbandes der zahnmedizinischen Alumni hält Dr. Felix Roth geht es um die „Praxisgründung im Jahr 2022 – eine unlösbare Aufgabe?“. Danach stellt Dentista-Mitglied Dr. Caroline Köllner-Holzheu Möglichkeiten und Wege der Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und eigener Praxis vor. Anne Sieben von der Deutschen Ärzteversicherung liefert im Anschluss einen Überblick zu Haftpflichtfällen aus der Praxis. Abgerundet wird der Zukunftskongress 2022 durch einen Vortrag zu dem aktuellen Thema Telematik Infrastruktur mit dem Titel „Das Kind in mir möchte die TI aus dem Fenster werfen“.

Die Organisatoren freuen sich auf eine rege Teilnahme, die Veranstaltung ist wie immer kostenfrei und findet online statt.

 

Programm Zukunftskongress 2022 am Samstag, den 12. November 2022 ab 14 Uhr – online

Moderation: Dr. Lea Laubenthal

14.00 – 14.25 Uhr: Wie man in 10 einfachen Schritten eine gut gehende Praxis ruiniert (Prof. Dr. Christoph Benz)

14.25 – 14.50 Uhr: Die 10 häufigsten juristischen Fragen aus der ZA Praxis (Dr. jur. Frank Lauterbach)

14.50 – 15.15 Uhr: Nachhaltige Praxisführung – ökonomisch, sozial und ökologisch  (PD Dr. Daniel Hellmann)

15.15 – 15.40 Uhr: Praxisgründung im Jahr 2022 – eine unlösbare Aufgabe? (Dr. Felix Roth)

15.40 – 16.05 Uhr: Kinder(-betreuung) in der Praxis (Dr. med. dent. Caroline Köllner-Holzheu)

16.05 – 16.30 Uhr: Winkelstück verschluckt? Haftpflichtfälle aus der Praxis (Anne Sieben)

16.30 – 16.55 Uhr: Das Kind in mir möchte die TI aus dem Fenster werfen (Jochen Gottsmann)

Voranmeldungen gerne über: info@dentista.de

Alle weiteren Informationen, das vollständige Programm, sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie in Kürze HIER

Ratgeber Schwangerschaft, Beruf & Familie

Der Ratgeber „Schwangerschaft, Beruf & Familie“ ist 2022 in einer neuen, erheblich erweiterten Auflage erschienen und steht sowohl in Form eines PDFs mit aktivierten Links als auch als Flipbook zur Verfügung.

In diesem umfassenden Übersichts-Ratgeber wurden nicht nur rechtliche Grundlagen zusammengestellt, sondern auch Tipps, wo man sich informieren kann – ergänzt um Anregungen, wie Konflikte vermeidbar und harmonische Lösungen gestaltbar sind.

Der Ratgeber kostet für Nicht-Mitglieder 19,95 Euro, Dentista-Mitglieder erhalten ihn gegen eine Gebühr von 14,95 Euro.

Hier können Sie den Ratgeber online bestellen.

Informationsbroschüre zum Still-BV

Die neue, komplett überarbeitete Version der Informationsbroschüre zum Still-BV von Dentista – in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Lyck+Pätzold. healthcare.recht ist nun verfügbar.

Die wichtigsten allgemeinen Aspekte rund um das „Still-BV“ – damit die erste Zeit mit dem Kind entspannter geplant werden kann, in der jungen Familie, aber auch am Arbeitsplatz, sowohl für Arbeitnehmer- als auch für ArbeitgeberInnen.

Die Broschüre als PDF-Datei kostet für Dentista-Mitglieder 9,95 Euro, Nicht-Mitglieder erhalten sie gegen eine Gebühr von 14,95 Euro.

Hier können Sie die Informationsbroschüre online bestellen.

Feedback PraxisGründer-Seminar auf Mallorca

„Wer kennt das Problem nicht: man nimmt an einem Vortrag teil und währenddessen ist alles klar. Dann tritt man den Heimweg an und es kommen viele Fragen auf, die entweder zu spät einfallen oder nicht beantwortet werden konnten, weil der Referent schon weg war, keine Zeit mehr blieb oder man schlichtweg zu schüchtern war.

Wer aber dieses PraxisGründer-Seminar von DentBeratung bucht, bekommt schlichtweg ein Rundum-Sorglos-Paket. Nicht nur wird innerhalb eines verlängerten Wochenendes „en detail“ für das körperliche Wohl gesorgt, sondern man erhält einen umfassenden Einblick, welche Themen eine Praxisgründung beinhalten. Der Clou dabei ist, dass alle Referenten das gesamte Wochenende vor Ort bleiben und jederzeit gerne Fragen beantworten und für Gespräche zur Verfügung stehen. Das heißt auch, dass man in kleinen Gruppen oder auch einfach unter vier Augen sämtliche Themen diskutieren kann.

Aber nun von Beginn an: Wir sind ebenfalls über eine Dentista auf die Veranstaltung aufmerksam geworden und da eine Praxisübernahme im Raum steht, haben wir uns angemeldet.

Die Buchung des Fluges, der Transfer sowie die Reservierung der Hotelzimmer waren problemlos organisiert, sodass man sich bereits am ersten Tag im Getümmel von Gleichgesinnten am mallorquinischen Pool wiederfand.

Die Gruppe war äußerst heterogen: von der Kollegin, die bereits kurz vor der Übernahme steht, über den, der sich einfach erstmalig informieren wollte bis zum Professor für Praxisökonomie als Referenten konnte man bei angenehmem Klima – im wahrsten Sinne des Wortes – und unter der Moderation des motivierten Teams von Thomas Kirches, die ersten Kontakte knüpfen. Neben den allabendlichen kulinarischen Highlights – Dinner mit traumhafter Aussicht oder Paella-Live-Cooking – waren die einzelnen Seminare der zentrale Bestandteil des Wochenendes.

Die Seminare waren dabei in einzelne Themengebiete aufgegliedert und hatten jeweils verschiedene Referenten, die auf ihrem Gebiet wirklich ausgezeichnet sind. Die zentralen Punkte Ihres Fachgebiets rund um die Praxisgründung waren präzise, kurzweilig und informativ. So wurde durch den Praxisplaner/Architekten, den Anwalt für Medizinrecht, den Steuerberater für Heilberufe, den Finanz- und Versicherungsfachmann, den Marketinganalysten und weiteren der insgesamt mehr als 10 Referenten die wichtigsten Themen vorgestellt und anschaulich erklärt. Nach den Seminaren, die überdies im Flug vergangen sind, hat man sich dann wirklich gut vorbereitet gefühlt.

Was für uns, neben den thematischen und kulinarischen Amüsements, der entscheidende Unterschied zu allen anderen bisherigen Seminaren war, ist der absolute Zusammenhalt der Gruppe, die bedingungslose Unterstützung der Referenten und andererseits die über die Zeit hinausgehenden Freundschaften, die bis zum heutigen Tage bestehen blieben. Dies schafft eine solche Motivation, dass man sich fragt, warum man nicht schon gestern eine Praxis-Gründung gestartet hat.

Was uns zur abschließenden Frage bringt: „Wieso haben Sie sich zum nächsten Seminar nicht schon gestern angemeldet?

Dr. Theresa Fabel und Constanze Zeh-Ressel, Dentista-Mitglieder

 

Hinweis: Das nächste PraxisGründer-Seminar auf Mallorca findet bereits vom 29. September bis zum 2. Oktober 2022 statt.

Weitere Infos und Anmeldung: www.dentberatung.de/seminare

HTS-RÜCKBLICK: „Erfolgreich führen“

Führen, Führen, Führen … Dass unter „Führung“ so viel mehr als „nur“ die Personalführung zu verstehen ist, zog sich wie ein roter Faden durch alle Vorträge des Hirschfeld-Tiburtius-Symposiums (HTS) 2022 des Verbands der ZahnÄrztinnen – Dentista e.V., das am 25. Juni auf der Steinburg über Würzburg stattfand. Nach zweijähriger Pause endlich wieder live. Mit einem Konzept, das gut ankam.

Frischen Wind, eine Neuausrichtung – das kündigte die tags zuvor frisch wieder gewählte Dentista-Präsidentin Dr. Rebecca Otto in ihrer Eröffnung an. Nach 15 Jahren sei es an der Zeit, den Verband, der bislang sehr erfolgreich gewachsen war, in neue Bahnen zu lenken. Ein erstes „Zeichen“ hierfür sei der Relaunch des Dentista-Logos, das jetzt die Dynamik des Verbandes, die Entwicklung von der Tradition in die Zukunft symbolisiere. Überhaupt sei „Zukunft“ ein großes Thema des Verbandes, der die weibliche Perspektive der Zahnärzteschaft repräsentiere. Und „großartige Kolleginnen“ in ihrem täglichen Tun zu unterstützen, dies sei eine der Kernaufgabe des Dentista e.V. – und ein Auftrag, dem das HTS gerecht werde.

Die Kunst des weiblichen Führens

Yvonne Kasperek

Im ersten Fachvortrag sprach Yvonne Kasparek über „die Kunst des weiblichen Führens“ und spannte auch gleich den Bogen über die Themen des Tages: „Wenn es Ihnen nicht gelingt, Führungskräfte in Ihrer Praxis aufzubauen, können Sie sich jegliches Marketing sparen und werden früher oder später im Burnout landen.“ Gerade in Zahnarztpraxen hätten sich flache Hierarchien etabliert – „das machte es insgesamt aber auch einfach noch herausfordernder für Sie als Chefin“. Eine weitere Besonderheit: „Sie führen so viele Teilzeitkräfte wie sonst – in Relation – kaum eine Unternehmerin.“ Dies bringe besondere Rahmenbedingungen mit sich, die es zu berücksichtigen gelte: Überwiegend weibliche Teammitglieder, die überwiegend Familie haben, sich um Kinder kümmern müssen, die krank werden und Bedürfnisse haben – „auch und gerade während der letzten zwei Jahre wurde uns dies sehr deutlich gemacht.“ Die Unternehmensberaterin, die sich auf zahnärztliche Praxen fokussiert hat, brachte dann auch jede Menge Zahlen, Daten und Fakten in die Runde, wie sich männlicher vom weiblichen Führungsstil unterscheide. So kam eine aktuelle Studie zwar zu dem Ergebnis, dass Vorgesetzte kompetenter wahrgenommen wurden, je markanter und männlicher das Erscheinungsbild war – in gleichem Maße jedoch als „unsympathischer“ galten. Die Folge davon sei „Ein Selbstdarstellungsdilemma, mit dem die Praxisinhaberin heute umgehen muss. Die Aufgabe ist es, exakt die Lücke dazwischen zu finden.“ Um Mitarbeiter(innen) zielorientiert und erfolgreich zu führen, sei es wichtig, von innen nach außen zu kommunizieren. „Wer Leistung fordert, muss Sinn geben.“ Überhaupt seien die Werte „Sinn“ und „Sicherheit“ erheblich nachhaltiger in der Frage der Mitarbeitermotivation als bloßes „Geld“. Die Wirkung (und Motivationssteigerung) einer Gehaltserhöhung dauere im Schnitt vier Monate an, langfristige Mitarbeiterbindung könne nur durch werteorientiere Führung erreicht werden. Anders gesagt: „Begeisterung kommt von Geist, sonst würde es Begeldung heißen.“

Burnout- und Boreout-Prophylaxe

Dr. Anke Handrock

Dem „richtigen Delegieren“ zur Prophylaxe von Burnout und Boreout widmete sich im Anschluss Dr. Anke Handrock – und damit zunächst einigen Begriffsdefinitionen. „Der Unterschied zwischen dem Delegieren und dem Abgeben von Aufgaben ist im Ergebnis eine echte Entlastung für Sie als Chefin und ein nachhaltiger Kompetenzzuwachs bei Ihrer Mitarbeiterin.“ Die Delegation erfordere zwingend Kontrolle, das Abgeben beschreibe die Übertragung von Verantwortung. Beides fände in der Zahnarztpraxis seinen Platz, delegierbare Aufgaben seien teilweise sogar berufsrechtlich definiert. Übrigens sei es ebenfalls Aufgabe der Praxisinhaberin, die Mitarbeiter(innen) vor Burn- und Boreout zu schützen. Letzterer habe nichts mit Langeweile oder gar Faulheit zu tun, sondern stelle eine reale Bedrohung der (Mitarbeiter-)Gesundheit dar: „Übersteigen die Fähigkeiten die Anforderungen, erzeugt dies zunächst ein Kontroll(hoch)gefühl, mittel- und langfristig jedoch Ent-Spannung, die keinerlei Erholung bietet.“ So mache Boreout genau so krank wie das deutlich bekanntere Burnout-Syndrom – „von dem übrigens Frauen um über 60 % häufiger betroffen sind als Männer“. Vor beidem gelte es, sich und die Mitarbeiterinnen zu schützen, denn nur die Hälfte aller Erkrankten kehre – nach Genesung – in die zahnärztliche Praxis zurück.

Eine echte Alternative zum Amalgam

Einen Ausflug in die Welt der Dentalindustrie gewährte Monika Reichenbach von Ivoclar Vivadent, einem Patenunternehmen des Dentista e.V. Sie stellte mit dem Alkasite Cention Forte eine neuartige Amalgam-Alternative für Klasse I- und II-Restaurationen im Seitenzahnbereich vor. Viele Jahre kam hier Amalgam als Basis-Füllungsmaterial zum Einsatz, alternative Glasionomerzemente wiesen häufig erhebliche Schwächen bezüglich der Festigkeit auf. Anders nun das vorgestellte Material: mit ≥100 MPa weise das Material eine sehr gute Biegefestigkeit für den kaulasttragenden Seitenzahnbereich auf und unterscheide sich damit deutlich von Glasionomeren. Dazu sei das Material bioaktiv, selbsthärtend sowie schnell und einfach zu verarbeiten. Die außergewöhnlich vielen Nachfragen der Teilnehmerinnen unterstrichen: Ein Material, das in den Praxen gut ankommt.

Ziel-Führung und Wertschätzung

Zurück zum Tagungsthema lenkte Antonia Montesinos den Blick der Teilnehmerinnen. „Zielführende und wertschätzende Mitarbeitergespräche“ seien, so die Betriebswirtin, Mediatorin und Teamtrainerin mit zahnmedizinischem Schwerpunkt, „manchmal wie die Reise in ein unbekanntes Land.“ Zielführend beinhalte, die Ziele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kennen, nur so sei echte „Ziel-Führung“ möglich. Dabei sei es nicht selbstverständlich, dass sich die Teammitglieder über die eigenen Ziele im Klaren wären, geschweige denn, diese auch formulieren könnten. „Seien Sie sich darüber im Klaren: Die Ziele Ihrer Mitarbeiterinnen sind kaum deckungsgleich mit Ihren“, dennoch sei es erforderlich, einen „Match“ zu erzeugen mit den Zielen der Praxis. Möglich werde dies durch das Führungsprinzip der Partizipation: „Wenn Sie die Ziele Ihrer Mitarbeiter kennen, nehmen Sie das mit in die Kommunikation. Stellen Sie sich die Frage: Was hat der/die Mitarbeiter/in davon? So beginnt Wertschätzung.“

Stressprävention ist Gesundheitsprävention

„Warum Menschen ausbrennen und was sie dagegen tun können“, war das Thema von Dr. Susanne Woitzik, DIE ZA. Dezidiert stellte die Wirtschaftswissenschaftlerin die „12 Phasen des Burnouts“ vor – von anfänglich leichten Symptomen bis hin zum absoluten Zusammenbruch gäbe es eine ganze Reihe von Warnsignalen, die man als Betroffene selbst, aber auch als Kollegin, Partnerin oder eben Chefin wahrnehmen könne. Mindestens so wichtig, wie das Bewusstsein hierfür zu schaffen, sei eine wirksame Prävention. „Packen Sie die Ursachen an – und feiern Sie Ihre Erfolge. Für sich allein, aber auch gern mit dem gesamten Team!“ So würden beispielsweise klare Praxisstrukturen und das Formulieren von Standards ebenso Stress verhindern wie das bewusste Setzen von Grenzen oder die Identifizierung persönlicher Hauptstressoren. „Und – so lapidar es klingt, machen Sie Pausen. Erst recht, wenn Sie glauben, Sie hätten dafür keine Zeit. Frei nach Konfuzius: „Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.“ Auch Sport, ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung würden helfen. „Und das Gefühl, dankbar zu sein. Probieren Sie es aus!“

Ziel-Führung und Wertschätzung

Den letzten Vortrag des Tages steuerte Prof. Dr. Marcel Wainwright bei, der über Marketing und Kommunikation sprach und darüber, wie beides zum planbaren Praxiserfolg beitrage. Der zwischenzeitlich in Luxemburg niedergelassene Zahnmediziner beschrieb vor allem anhand seines persönlichen Werdegangs die Möglichkeiten konsequent umgesetzter Marketingstrategien – immer ausgerichtet am Profil der/des „Wunschpatient/in“. Dies beginne bereits mit dem Schaffen einer „Wohlfühlatmosphäre – eine moderne Zahnarztpraxis kann nach vielem riechen, aber nicht nach Zahnarzt.“ Das Aussehen der Anmeldung, das Erscheinungsbild der „Rezeptionistin“ erinnerten eher an ein Hotel denn an eine Zahnarztpraxis. Gezielte Fortbildung für patientenorientiere Telefongespräche („Fröhlichkeit muss hörbar sein!“) seien ebenso selbstverständlich wie ein konsequent positives Wording. „Den Erstkontakt mit der Praxis können Sie gar nicht hoch genug schätzen – hier fällt die Entscheidung, ob der Patient in die Praxis kommen möchte oder nicht.“ Auch in der direkten Arzt-Patienten-Kommunikation lauerten zahlreiche Fallen, die es – eigentlich leicht – zu vermeiden gelte. „Sprechen Sie Ihren Patienten immer auf Augenhöhe an, niemals bereits auf dem Stuhl liegend, von oben herab.“ Am Ende sei auch hier die Konsequenz ausschlaggebend: „Erarbeiten Sie sich gute Strategien in Marketing und Kommunikation. Definieren Sie Meilensteine. Und halten Sie daran fest.“

Im Anschluss an das HTS lud Dentista die Teilnehmerinnen dazu ein, gemeinsam auf 15 Jahre erfolgreiche Verbandsarbeit anzustoßen. Und auf ein gelungenes HTS, das endlich wieder zum Netzwerken und persönlichen Austausch einladen konnte.

Update zum Thema Beschäftigungsverbot während der Stillzeit

In jüngster Vergangenheit häufen sich Fragen, ob ein Beschäftigungsverbot während der Stillzeit für angestellte Zahnärztinnen nach dem Mutterschutzgesetz (MuSchG) ausgesprochen werden darf und kann.

Hintergrund ist vor allem die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg im Rahmen eines einstweiligen Verfügungsverfahrens vom 10.08.2021 (AZ: 11 SaGa 1/21). Hier hatte eine angestellte Oralchirurgin im gerichtlichen Eilverfahren begehrt, dass es ihrer Arbeitgeberin untersagt wird, sie während der Stillzeit oralchirurgische und zahnärztliche Tätigkeiten ausüben zu lassen. Diese hatte sie nämlich nach Ablauf des Mutterschutzes und nach gewährtem Resturlaub wieder zur Arbeitsaufnahme aufgefordert. Bei ihrer Entscheidung zur Arbeitsaufnahme der Angestellten hatte sie sich vor allem darauf berufen, dass diese in Rücksprache und mit Einschätzung des Regierungspräsidiums Freiburg erfolgte. Das Regierungspräsidium berief sich wiederum auf Empfehlungen des Ad-hoc-Stillkreises, die Angaben des RKI, des BMFSFJ und der Berufsgenossenschaft BGW.

Im Ergebnis hat das Landesarbeitsgericht – wie zuvor auch in erster Instanz das Arbeitsgericht – die Eilanträge der angestellten Zahnärztin abgewiesen. Lediglich die Tätigkeit mit Amalgam/Quecksilber war untersagt worden, was allerdings auch das Arbeitsgericht bereits entschieden hatte.

Folgende maßgebliche Punkte waren für das Gericht entscheidend:

Die angestellte Zahnärztin hatte zum einen schon nicht glaubhaft gemacht, dass sie überhaupt noch stillt, obwohl sie nochmal ausdrücklich zur Vorlage einer Stillbescheinigung aufgefordert wurde.

Hinsichtlich etwaiger Infektionskrankheiten war zudem nach Auffassung des Gerichts zu berücksichtigen, dass eine unverantwortbare Gefährdung nach dem Gesetz als ausgeschlossen gilt, wenn ein ausreichender Immunschutz besteht. Dem Arbeitgeber sei es insofern auch gestattet, im Rahmen seiner Beurteilung, bestehende Immunisierungen zu berücksichtigen.

Hervorzuheben ist schließlich, dass das Gericht am Ende deutlich betont, dass die Fragen, ob die Arbeitgeberin die Gefährdungsbeurteilung richtig gemacht hat und das Regierungspräsidium die Entscheidung auch zu Recht als vertretbar angesehen hat, und ob wissenschaftliche Erkenntnisse wahrlich dafür oder dagegen sprechen, im Eilverfahren nur summarisch geprüft werden können, da die Hinzuziehung von Sachverständigen hier nicht möglich ist. Das Gericht hatte vor dem Hintergrund festgestellt, dass keine konkreten Anhaltspunkte vorliegen, dass die Entscheidung der Arbeitgeberin, die sie auf Grundlage behördlicher Empfehlungen getroffen hatte, falsch getroffen wurde. Denn die Arbeitgeberin durfte sich auf diese Empfehlungen verlassen.

Auswirkungen auf die Praxis

Welche Schlüsse lassen sich nun aus der Entscheidung ziehen? Ist das Beschäftigungsverbot nunmehr abgeschafft?

Zunächst einmal: Nein, das Beschäftigungsverbot während der Stillzeit ist nicht abgeschafft. Ob ein arbeitsplatzbezogenes Beschäftigungsverbot ausgesprochen wird oder nicht, ist und bleibt eine Frage des Einzelfalls.

Die Entscheidung verdeutlicht lediglich, was auch wir immer in der Beratung betonen: Grundlage eines Beschäftigungsverbots ist stets die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers, der per Gesetz im Hinblick auf zu ergreifende Schutzmaßnahmen abgestuft vorzugehen hat. Das Beschäftigungsverbot ist hierbei nur ultima ratio. Vor allem ist die Entscheidung für oder gegen ein absolutes oder teilweises arbeitsplatzbezogenes Beschäftigungsverbot letztlich eine Arbeitgeberentscheidung. Dies bedeutet, sofern Arbeitgeber eine gründliche Gefährdungsbeurteilung durchführen und dokumentieren, empfehlenswerterweise sogar mit Hilfe eines Arbeits-/Betriebsmediziners oder der zuständigen Aufsichtsbehörde, und auf dieser Grundlage eine schlüssige, vertretbare Entscheidung treffen, handeln sie erstmal im Sinne des Gesetzes. Auch wenn das bedeutet, dass kein volles Beschäftigungsverbot ausgesprochen wird.

Ist man als betroffene Angestellte mit der Arbeitgeberentscheidung nicht einverstanden, so muss man im Einzelnen darlegen und im Streitfall sogar beweisen, warum die Entscheidung unrechtmäßig ist. Man muss dann im Einzelnen ganz konkret darlegen, warum die eigene Tätigkeit vom Verbotskatalog des § 12 MuSchG für unzulässige Tätigkeiten während der Stillzeit umfasst ist. Das bedeutet im Zweifelsfall auch, dass man sich mit den einzelnen Arbeitsvorgängen dezidiert auseinander zu setzen hat, genauso wie der Arbeitgeber dies bei der Gefährdungsbeurteilung auch vornehmen sollte. Da es hier vor allem um arbeitsmedizinische, naturwissenschaftliche Einschätzungen und Beurteilungen geht, um überhaupt ermitteln zu können, ob eine bestimmte Tätigkeit oder ein bestimmtes Tätigkeitsfeld eine unverantwortbare Gefährdung im Sinne des MuSchG darstellt oder nicht, wird man im Zweifel nicht darum herum kommen, sich die Meinung von entsprechenden Sachverständigen einzuholen. Jedenfalls im Rahmen einer gerichtlichen Klärung wird dies unausweichlich sein. Denn sofern der Arbeitgeber seine Entscheidung gegen ein Beschäftigungsverbot wie im vorliegenden Fall unter Verweis auf behördliche Rücksprachen, Einschätzungen und Empfehlungen plausibel begründet und die Entscheidung dann auch entsprechend trifft und lebt, ist er seiner Verantwortung im Sinne des MuSchG erstmal gerecht geworden.

Wichtig ist also, zu erkennen und zu akzeptieren, dass das Beschäftigungsverbot kein Selbstläufer ist. Pauschale Annahmen reichen einfach nicht. Im Gegenteil: Es zeigt sich, dass eine zunehmend vertieftere Befassung mit dem Thema durch Aufsichtsbehörden und Fachleute erfolgt und sich dadurch auch die Positionierungen und Einschätzungen verschieben können, die auch Gehör finden. Allerdings handelte es sich im beschriebenen Fall um ein Eilverfahren. Hätte die Zahnärztin den Klageweg bestritten und hätte das Gericht daher auch Beweis über die Frage erheben können, ob und wenn ja welche Tätigkeit eine unverantwortbare Gefährdung im Sinne des MuSchG darstellt, um dann final zu klären, ob die Arbeitgeberentscheidung im vertretbaren Rahmen des MuSchG liegt, hätte die Entscheidung ggf. auch anders ausfallen können. In diesem Prozess durfte das Gericht allerdings lediglich summarisch, also vorläufig prüfen, ob die Entscheidung auf der gewählten Grundlage vertretbar war, was es hier bejaht hat.

Praxistipp

Arbeitgebern ist zu raten, die Gefährdungsbeurteilung von Anfang an sorgsam und auch mit beratender Unterstützung von medizinischer Seite durchzuführen, dies gründlich zu dokumentieren und vor allem auch die Mitarbeiterinnen entsprechend zu informieren. Denn schon hierdurch erlangen alle Beteiligten von Anfang an mehr Klarheit und Planungssicherheit. Umgekehrt sollten angestellte Zahnärztinnen auch für sich überlegen, ob ein kompromissloses volles Beschäftigungsverbot während der Stillzeit wirklich der einzige richtige Weg ist, um das Leben mit Kind gerade in der Anfangszeit zu genießen. Denn ein Rechtsstreit zur Klärung der Frage, was darf/muss ich und was nicht, ist zweifelsohne kein Spaziergang und kostet Zeit, Geld und Nerven. Und am Ende wird man sich aller Wahrscheinlichkeit nach fragen, ob es das wirklich wert war, wenn man das erste Lebensjahr mit Kind mit einem Rechtsstreit verbracht hat. Selbstverständlich geht es nicht darum, Bedenken nicht äußern zu dürfen, im Gegenteil: ein offener Austausch über Sorgen und Ängste um die eigene Gesundheit und die des stillenden Kindes bei der Tätigkeit sind berechtigt und müssen auch kommuniziert werden. Genauso müssen Lösungen gefunden werden, um diesen Sorgen zu begegnen und die am Ende für alle tragbar sind. Das Beschäftigungsverbot ist dabei nicht „non plus ultra“, sondern ultima ratio. Und dies ist vom Gesetzgeber auch so gewollt. Entsprechend macht es nur Sinn, genauer hinzuschauen und für die Zukunft Alternativen zu erwägen. Das kann – muss aber nicht – die Elternzeit sein. Auch sinnvolle, alternative Beschäftigungsmöglichkeiten zu entwickeln, die sich mit einer Stillzeit vereinbaren lassen, kann eine von mehreren Lösungen sein. Dafür muss man vielleicht alte Fahrwasser verlassen. Dies ist allerdings eine Chance für beide Seiten, um in einer zunehmend weiblichen Zahnmedizin zukunftsfähig zu bleiben.

Autorin:

Jennifer JessieFrau Jennifer Jessie

Rechtsanwältin & Fachanwältin für Medizinrecht

Lyck+Pätzold. healthcare.recht

Im Atzelnest 5

61352 Bad Homburg

Tel.: 06172-139960

Fax: 06172-139966

www.medizinanwaelte.de

kanzlei@medizinanwaelte.de

 

„Ein Verband von ZahnÄrztinnen für ZahnÄrztinnen“ Neuausrichtung beim Verband der ZahnÄrztinnen – Dentista e.V.

Wählen, Wirken, Weichen stellen – dies und mehr hatte sich der Verband der ZahnÄrztinnen – Dentista e.V. auf die Agenda geschrieben, als er am 24. Juni 2022 zu einer Mitgliederversammlung in Präsenz einlud. Die Kolleginnen genossen sichtlich den Live-Austausch, zu dem das besondere Ambiente der Steinburg über Würzburg ein Übriges tat.

„Ein Verband, der die Interessen der ZahnÄrzinnen in Deutschland vertritt – von ZahnÄrztinnen, für ZahnÄrztinnen“. So verstehe sich der Dentista e.V. nach Worten seiner Präsidentin Dr. Rebecca Otto. Dies sei auch eines der Ergebnisse einer detaillierten Mitgliederbefragung, die der Verband Anfang 2022 durchgeführt hatte. Standespolitisches Engagement sowie die Pflege und Intensivierung eines breit aufgestellten Netzwerks, das Fortbildungen anbietet und den Austausch der Kolleginnen fördert – all das waren Wünsche der Dentista-Mitglieder. Und diesen Wünschen wolle man, so die Präsidentin, auch gern nachkommen.

Ihrem Bericht schloss Dr. Otto deshalb auch eine Vision an – erste Ideen und Ziele für die kommenden Jahre. Einen ersten Schritt sei der Verband bereits mit dem Logo-Relaunch gegangen. Mit der Neuaufstellung – auch in der Außenwirkung – solle ein Startschuss gegeben werden, Dentista noch mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. „Wir wollen niedergelassene Kolleginnen mit tollen Praxiskonzepten sichtbar machen, aber auch engagierten Kolleginnen in allen Phasen ihres Berufslebens als starker Partner zur Seite stehen.“, so Dr. Otto.

Turnusgemäß standen auch Wahlen zum Vorstand auf der Agenda der Dentista-Mitglieder. Die Mitgliederversammlung wählte Dr. Rebecca Otto einstimmig erneut zur Präsidentin. Ihr zur Seite stehen künftig drei Vizepräsidentinnen: Für den Bereich Praxis und Fortbildung Dr. Juliane von Hoyningen-Huene, für den Bereich Standespolitik FZÄ Sabine Steding und für Wissenschaft und Gender Dentistry Dr. Dana Adyani-Fard. Dr. Sarah Schneider wählten die Mitglieder zur neuen Schatzmeisterin, ZÄ Julia Vogt zur Schriftführerin. Dr. Otto dankte den scheidenden Vorstandskolleginnen Dr. Kerstin Finger, Dr. Kathleen Menzel und Doris Hoy-Sauer, die nicht erneut zur Wahl standen, für ihr Engagement und die gemeinsam geleistete Arbeit.

 

Zum Bild: Die Mitgliederversammlung des Dentista e.V. wählte am 24. Juni einen neuen Vorstand (v.l.n.r.): Schriftführerin ZÄ Julia Vogt, Schatzmeisterin Dr. Sarah Schneider, Präsidentin Dr. Rebecca Otto sowie die beiden Vizepräsidentinnen FZÄ Sabine Steding (Standespolitik) und Dr. Juliane von Hoyningen-Huehne (Praxis und Fortbildung). Die neu gewählte Vizepräsidentin Wissenschaft und Gender Dentistry, Dr. Dana Adyani-Fard, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich anwesend sein.

 

RÜCKBLICK: 1. CEREC Curriculum für Zahnärztinnen

Vom 6. bis 8. Mai 2022 fand das Finale des 1. CEREC-Curriculums für Zahnärztinnen statt.
Fazit? Hier eines von ganz vielen ähnlich klingenden Feedbacks der begeisterten Teilnehmerinnen: „Am besten fand ich das riesige Spektrum und die vielen Eindrücke in jedem Bereich, die vielen unterschiedlichen Herangehensweisen, der absolut nette Austausch mit den Kolleginnen und allem voran die ‚Ask anything – don’t judge policy‘! Ich habe viel gelernt, geübt, Freundschaften geschlossen und erfahre eine unglaubliche Bereicherung im täglichen Alltag durch die Umsetzbarkeit Eurer Tipps. Absolut Klasse! VIELEN DANK“
Die beiden Trainerinnen und Dentista-Mitglieder Dr. Ariane Schmidt und Dr. Gertrud Fabel konnten sich zunächst kaum vorstellen, mit welchem Eifer, welcher Energie und welcher Wissensgier sich die zwölf Absolventinnen in diese Kursreihe stürzen würden. Die Gruppe setzte sich aus absoluten Anfängerin bis zu Teilnehmerinnen mit mehrjähriger Erfahrung zusammen und stellte die Trainerinnen vor die Herausforderung, die unterschiedlichen Niveaus adäquat mit neuem Wissen zu versorgen. Und so erlebten sie staunend, mit welch großen Fortschritten die Teilnehmerinnen in der kurzen Zeit von fünf Monaten Selbstsicherheit in der digitalen Zahnheilkunde gewannen und schließlich in ihren Abschlussarbeiten auch die komplette Breite der Module wiedergaben.
Die Präsentationen umfassten komplette Fallbeschreibungen mit Anamnese, Befund und Behandlungsplan, Vorher/Nachher Fotos, Screenshots aus der CEREC Software sowie die Beschreibung der verwendeten Materialien und Verarbeitungsweise. 12 höchst anspruchsvolle CEREC-Versorgungen vom Abutment bis zur Zirkonbrücke, von Onlays, Teilkronen, Frontzahnbrücke und Zahnhals-Inlay – es war alles dabei und perfekt gelöst.
Es war ein fantastischer Erfolg und der Abschied fiel schwer – ein Follow-Up ist bereits geplant.

Die Trainerinnen bedanken sich beim Team von Quintessence Publishing und der DDA Berlin sowie bei den Material-Sponsoren Dentsply Sirona, Ivoclar Vivadent, Kuraray Noritake und GC für die Unterstützung und freuen sich auf den nächsten Durchgang, der im November 2022 startet.