1. Bayerischer Netzwerk- und Trainingstag für Zahnärztinnen

Am 12. März 2022  veranstaltet die eazf erstmalig in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landeszahnärztekammer und Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrztinnen und dem Zahnärztinnen Netzwerk Deutschland einen gemeinsamen Netzwerk- und Fortbildungstag.
Den Veranstaltungsrahmen bilden zahnmedizinisch-fachliche Vorträge von Expertinnen und Experten aus den Reihen der Kooperationspartner zu den Themenbereichen Implantologie, Parodontitistherapie und Kommunikation.
Mit diesem Format schaffen wir eine Plattform für professionelles Netzwerken unter Zahnärztinnen und bieten die Möglichkeit, sich gezielt zu allen Fragen und Herausforderungen als Unternehmerin und Zahnärztin auszutauschen. Die Teilnehmerinnen sollen auch ermutigt werden, ihr durch diese Veranstaltung erweitertes Netzwerk aktiv zu nutzen und zu pflegen, um vom Erfahrungswissen der Kolleginnen profitieren zu können.
Den Veranstaltungsrahmen bilden zahnmedizinisch-fachliche Vorträge von Expertinnen und Experten aus den Reihen der Kooperationspartner zu den Themenbereichen Implantologie, Parodontitistherapie und Kommunikation.
Für Teilnehmerinnen, die bereits am Vorabend der Veranstaltung anreisen, besteht bei einem gemeinsamen Abendessen um 19.00 Uhr Gelegenheit zum Kennenlernen und Gedankenaustausch.
Wir freuen uns auf rege Teilnahme und interessante Gespräche!
Wer jetzt immer noch nicht überzeugt ist, dass Netzwerken gerade für uns ZahnMedizinerinnen so wichtig ist, kann gerne in unseren gemeinsam erstellten Podcast reinhören :
Folge 28: Netzwerken
Als Ärztinnen und Zahnärztinnen Netzwerk haben wir natürlich schon einige Erfahrungen damit Verbindungen zu knüpfen. Umso mehr freuen wir uns über unseren Gast Martina Werner von Dentista e.V., die uns erläutert, wie wichtig eigentlich das Netzwerken besonders für Ärztinnen ist.

STIPENDIUM FÜR AS-AKADEMIE – Bewerbung bis 15.01.2022

Der Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrztinnen hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Interessen der Zahnärztinnen zu vertreten sowie die Kompetenzen der Mitglieder in standespolitischer und berufsrechtlicher Sicht zu fördern. Daher wird Dentista e. V. kommendes Jahr erstmals ein Stipendium für ein Studium an der AS-Akademie an eines der Dentista-Mitglieder vergeben.

Die Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement hat ihren Sitz in Berlin und wird von den Körperschaften der Zahnärzte getragen. Das berufsbegleitende Studium beleuchtet unter anderem Themen wie zahnärztliche Selbstverwaltung, Berufspolitik, Qualitätsmanagement, Kommunikation und Geschäftsführung. Neben den Vorlesungen besteht die Möglichkeit, an Fachexkursionen – beispielsweise ins EU-Parlament nach Brüssel – teilzunehmen.

„Wir möchten unsere Mitglieder dabei unterstützen, sich standespolitisch zu engagieren und Aufgaben in der Selbstverwaltung zu übernehmen“, betont Dentista-Präsidentin Dr. Rebecca Otto. „Das Studium der AS-Akademie ist eine sehr gute Vorbereitung dafür und bietet die Möglichkeit, sich umfassendes Wissen über das Gesundheitswesen und die Selbstverwaltung anzueignen, einschließlich der politischen, ökonomischen und rechtlichen Grundlagen.“ Auch im Bereich Praxisorganisation und Praxismanagement setzt das Studium Schwerpunkte und kann für die Niederlassung sehr hilfreich sein. Bei erfolgreich bestandener Zertifikatsarbeit am Ende des zweijährigen Studiums wird das Abschlusszertifikat „Manager in Health Care Systems / Freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement“ verliehen.

Wir übernehmen für eines unserer Mitglieder die kompletten Studiengebühren in Höhe von 3.900 Euro für den kommenden Studiengang 2022/2023. Zusätzlich konnten wir die BFS health finance GmbH als Kooperationspartner gewinnen, der einen Zuschuss zu Reise- und Hotelkosten zugesagt hat“, sagt Dr. Rebecca Otto. „Und natürlich unterstützen wir die Stipendiatin sehr gerne bei der Erstellung ihrer Abschlussarbeit.

Wer Interesse hat, kann sich noch bis zum 15. Januar bewerben. Dentista-Mitglieder können die vollständige Bewerbung mit kurzem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben aus dem hervorgeht, warum Interesse an dem Stipendium und dem Studium an der AS-Akademie besteht, per Mail an info@dentista.de schicken.

DENTISTA E.V. UNTER NEUER FÜHRUNG: Mitgliederversammlung wählt Dr. Rebecca Otto zur neuen Präsidentin

Die Mitgliederversammlung des Dentista e.V. wählte die Jenaer Kinderzahnärztin Dr. Rebecca Otto (vorne links) zur neuen Präsidentin. Dr. Susanne Fath (vordere Reihe Mitte) hatte zuvor aus persönlichen Gründen ihr Amt zur Verfügung gestellt. (Quelle: Dentista e.V.)

Die Mitgliederversammlung des Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrzinnen wählte am 15. Oktober 2021 in Berlin Dr. Rebecca Otto einstimmig zur neuen Präsidentin. Dr. Susanne Fath hatte zuvor aus persönlichen Gründen ihr Amt zur Verfügung gestellt. Der damit einhergehende Generationenwechsel an der Spitze des Verbandes solle auch den wachsenden Herausforderungen in Standespolitik, Medienarbeit und dem Ausbau künftiger Kooperationen Rechnung tragen.

Dr. Rebecca Otto, Präsidentin des Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrzinnen (Quelle: Otto/Sina Günter)

„Ich habe mich nach reiflicher Überlegung entschieden, das Amt der Präsidentin aus persönlichen Gründen niederzulegen“ erklärte Dr. Susanne Fath während der Versammlung und betonte die wichtige Rolle, die der Verband mittlerweile auch in der zahnärztlichen Standespolitik spiele. „Es war ein langer Weg für uns Zahnärztinnen, vom Katzentisch – wenn denn überhaupt – der zahnärztlichen Berufs- und Standespolitik an den Verhandlungstisch zu kommen. Es waren erhebliche Widerstände zu überwinden, damit Frauen in der Selbstverwaltung wie auch den Kammern mitgestalten können. Angesichts des hohen Anteils in der Versorgung, der durch Frauen geleistet wird – und der im Übrigen auch in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird – ist der Weg noch lange nicht zu Ende.“

 

Dr. Fath resümierte denn auch nicht nur den anstehenden Berichtszeitraum, sondern zog Bilanz aus ihrer dreizehnjährigen Präsidentschaft. „Ich bin dankbar, auf erfolgreiche Jahre für Dentista zurückblicken zu können – gemeinsam haben wir viel erreicht. Dentista konnte sich im Lauf dieser Jahre etablieren als DER Verband, der die besonderen Interessen der Zahnärztinnen zuverlässig vertritt und gleichzeitig ein Forum zum Austausch und Netzwerk bietet. Ich freue mich, immer mehr Frauen in den oberen Spitzen unserer Gremien zu sehen, bis in die Führung der Bundeszahnärztekammer mit Dr. Romy Ermler als Vizepräsidentin. Aufgrund verschiedener Ereignisse in meinem persönlichen Umfeld ist es nun jedoch für mich an der Zeit, andere Prioritäten zu setzen – und den Staffelstab an eine jüngere Kollegin weiter zu geben“, erklärte Fath in ihrer Abschlussrede. Sie dankte den Vorstandskolleginnen und Wegbegleiterinnen der letzten Jahre für die kollegiale und vertrauensvolle Zusammenarbeit – und empfahl den Dentista-Mitgliedern Dr. Rebecca Otto als künftige Präsidentin.

 

Der neu formierte Vorstand um Präsidentin Dr. Rebecca Otto dankt Dr. Susanne Fath für ihr Wirken und Engagement während der 13-jährigen Präsidentschaft (v.li.: Dr. Kathleen Menzel, Dr. Susanne Fath, Dr. Kerstin Finger, Dr. Rebecca Otto und Dr. Juliane von Hoyningen-Huene). (Quelle: Dentista e.V.)

Diesem Vorschlag folgten die Mitglieder und wählten Dr. Otto, die in eigener Praxis in Jena als Kinderzahnärztin niedergelassen ist, einstimmig. Dr. Otto verfügt über viel Erfahrung in der Professionspolitik, ist seit vielen Jahren Mitglied des Dentista-Gesamtvorstandes und als Referentin im Bereich Praxisgründung und Kinderzahnheilkunde deutschlandweit tätig. In ihrer Antrittsrede dankte sie ihrer Vorgängerin – und den anwesenden Kolleginnen für das in sie gesetzte Vertrauen. „Das Amt der Präsidentin ist mit großen Herausforderungen verbunden, welche ich mit ebenso viel Besonnenheit und Geschick wie Susanne Fath erfüllen möchte. Ich werde die sehr erfolgreich eingeleitete Fortentwicklung des Verbandes weiterführen und einen verstärkten Fokus auf die Einbindung junger Kolleginnen legen. Und dies alles auf der Basis des unschätzbaren Erfahrungsschatzes der langjährigen Mitglieder dieses Verbandes. Es ist mir ein Anliegen, während meiner Amtszeit Brücken zu schlagen und neue Verbindungen und Netzwerke zu schaffen. Größter Dank und Anerkennung gilt neben den vielen engagierten aktiven Mitgliedern des Verbandes besonders Dr. Susanne Fath!“ In der anschließenden Klausurtagung vereinbarte der neu formierte Vorstand bereits erste Meilensteine künftiger Aufgaben.

GESCHICHTE GESCHRIEBEN: Stefanie Tiede zur Präsidentin der ZÄK MV gewählt

Als am 13. Oktober 2021 das Ergebnis der Wahl zum Präsidium der Zahnärztekammer M-V feststeht, macht der Begriff „denkwürdig“ die Runde – und das zu Recht: erstmals seit 31 Jahren heißt der Präsident der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, erstmals steht eine Frau an der Spitze der Zahnärztekammer. Die Delegiertenversammlung wählte mit überzeugender Mehrheit Stefanie Tiede zur Präsidentin der Zahnärztekammer M-V.

Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrztinnen gratuliert Stefanie Tiede aufs herzlichste zu diesem großen Erfolg – sieht allerdings auch weiter Handlungsbedarf. „Es ist großartig, dass nun mit Stefanie Tiede eine junge Frau Präsidentin einer weiteren Zahnärztekammer in Deutschland ist – ein wichtiger Schritt“, so Dr. Kerstin Finger, Vizepräsidentin Dentista e.V. und verantwortlich für den Bereich Standespolitik. Nach wie vor sei man jedoch weit davon entfernt, in den standespolitischen Gremien die Realität der Basis abzubilden. Dies zu ändern, sei eine zentrale Zukunftsaufgabe des Verbandes, ja des gesamten zahnärztlichen Berufsstandes. „Mit Stefanie Tiede steht künftig eine Präsidentin an der Spitze der Zahnärztekammer M-V, die Oralchirurgin, Praxisinhaberin, Standespolitikerin und Mutter ist. Eine Frau, die die Herausforderungen unseres Berufsstandes sehr genau kennt. Wir wünschen ihr von ganzem Herzen Freude an den kommenden Aufgaben, stets eine glückliche Hand und gemeinsam mit den Vorstandskolleginnen und -kollegen viel Erfolg.“

PRAXISINHABERINNEN AUFGEPASST: Neue Versicherungspflicht in Kraft getreten

Jennifer Jessie

Autorin: RAin Jennifer Jessie, Beirätin Rechtsfragen Dentista e.V. (Kanzlei Lyck+Pätzold. healthcare.recht

Am 20.07.2021 ist mit § 95e SGB V ein neues Gesetz in Kraft getreten, wonach alle Leistungserbringer in der vertragsärztlichen Versorgung eine Berufshaftpflichtversicherung mit ausreichendem Deckungsschutz halten müssen. Dies betrifft damit natürlich auch alle Praxisinhaber, also Vertragszahnärzte, Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Berufsausübungsgemeinschaften (BAG). Sie müssen nunmehr gegenüber dem jeweils zuständigen Zulassungsausschuss nachweisen, dass sie ausreichend gegen die sich aus der Berufsausübung ergebenden Haftpflichtgefahren versichert sind.

Die Regelung ist deswegen neu, weil es bisher keine bundeseinheitlich geregelte Versicherungspflicht für medizinische Leistungserbringer gab. Durch Einführung des § 95e SGB V hat sich dies nun geändert. Die Regelung sieht eine Mindestversicherungssumme und eine Nachweispflicht vor. Werden die Anforderungen nicht oder nicht ausreichend erfüllt, droht das Ruhen und schließlich sogar der Entzug der Zulassung.

Wann sind Praxisinhaber ausreichend versichert?

Das Gesetz sieht für Vertragszahnärzte ohne angestellte Zahnärzte aktuell eine Mindestversicherungssumme von 3 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden für jeden Versicherungsfall sowie 6 Millionen Euro pro Jahr vor. Für Vertragszahnärzte mit angestellten Zahnärzten sowie auch für BAG und MVZ beträgt die Mindestversicherungssumme 5 Millionen Euro für jeden Fall sowie 15 Millionen Euro pro Jahr. Die Mindestversicherungssumme kann sich allerdings noch ändern, da der Spitzenverband Bund der Krankenkassen jeweils mit der Bundeszahnärztekammer und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung bis zum 20.01.2022 höher Mindestversicherungssummen vereinbaren kann.

Versicherungsnachweis

Das Bestehen eines ausreichenden Versicherungsschutzes ist durch eine Versicherungsbescheinigung nach § 113 Abs. 2 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) gegenüber dem Zulassungsausschuss nachzuweisen. Dies schon bei Antragsstellung auf Zulassung, Ermächtigung oder Genehmigung einer Anstellung oder auf Verlangen des Zulassungsausschuss. Weiterhin besteht die Verpflichtung auch das Nichtbestehen, die Beendigung sowie Änderung eines Versicherungsverhältnisses, die Versicherungsschutz im Verhältnis zu Dritten beeinträchtigen können, gegenüber dem Zulassungsausschuss unverzüglich anzuzeigen.

Folgen unzureichender oder fehlender Versicherung

Wenn der Zulassungsausschuss erfährt, dass kein ausreichender Versicherungsschutz vorliegt, wird er zunächst zur unverzüglichen Vorlage einer Versicherungsbescheinigung auffordern. Kommt man dieser Aufforderung allerdings nicht nach, hat der Zulassungsausschuss das Ruhen der Zulassung mit sofortiger Wirkung zu beschließen. Wird der Versicherungsnachweis auch trotz Ruhen der Zulassung weiterhin nicht erbracht, wird die Zulassung schließlich entzogen. Verstöße gegen die Versicherungspflicht werden zudem auch der Kammer gemeldet.

Praxistipp

Allen Praxisinhabern, MVZ und BAG ist dringend zu empfehlen, jetzt ihren aktuellen Versicherungsschutz zu überprüfen und ggf. erforderliche Anpassungen vorzunehmen, um das Ruhen oder sogar den Entzug der Zulassung zu vermeiden. Denn die Aufforderung der Zulassungsausschüsse zur Vorlage eines Nachweises wird innerhalb der nächsten 2 Jahre auf jeden Fall kommen und muss dann auch innerhalb von 3 Monaten nach Aufforderung vorgelegt werden. Bei Neuzulassungen von Vertragszahnärzten, BAG und MVZ sowie bei Anstellungsgenehmigungen werden die Zulassungsausschüsse die Versicherungsbescheinigungen zukünftig im Rahmen der Antragsstellung bereits anfordern. Da hier immer entsprechende Einreichungsfristen zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich auch hier, bereits jetzt tätig zu werden.

SOMMERZEIT IST URLAUBSZEIT: Das Wichtigste zum Urlaubsrecht

Jennifer Jessie

Autorin: RAin Jennifer Jessie, Beirätin Rechtsfragen Dentista e.V. (Kanzlei Lyck+Pätzold. healthcare.recht)

Das Thema Urlaub spielt in Arbeitsverhältnissen immer eine zentrale Rolle. Und da gerade wieder Urlaubszeit ist, wollen wir uns mit diesem Beitrag den wichtigsten Fragen zum Urlaubsrecht widmen. Gerade für Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber, insbesondere im Falle der Existenzgründung, ist es wichtig, die wesentlichen Grundzüge zu kennen, um für die jährlichen Urlaubsplanungen richtig gerüstet zu sein.

Wieviel Urlaub steht einem zu?

Das Urlaubsrecht sieht für alle Arbeitnehmer/Innen einen Anspruch auf bezahlten Urlaub vor. Der gesetzlich vorgeschriebene Mindesturlaub beträgt dabei 24 Arbeitstage bei einer 6-Tage-Woche (§ 3 BUrlG), entsprechend 20 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche. Natürlich steht es jedem Arbeitgeber frei, mehr Urlaubstage zu gewähren. In dem Fall empfiehlt es sich allerdings auch, dies vertraglich auch differenziert zu regeln.

Der Urlaubsanspruch entsteht zu Beginn eines Kalenderjahres auch stets in voller Höhe. Das heißt, man könnte auch gleich im Januar seinen ganzen Urlaub nehmen. Lediglich zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses gilt eine sog. Wartezeit für den Erwerb des vollen Urlaubsanspruchs (§ 4 BUrlG). In dieser Zeit entsteht der Urlaub anteilig (§ 5 BUrlG).

Wird Urlaubszeit vergütet und wenn ja, wie?

Da es sich um bezahlten Urlaub handelt, ist während der Urlaubszeit der durchschnittliche Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsantritt zu bezahlten (§ 11 BUrlG). Ausgenommen sind zusätzlich für Überstunden geleistete Arbeitsentgelte. Dauerhafte Verdiensterhöhungen im Berechnungszeitraum sind ebenfalls zu berücksichtigen; umgekehrt sind Verdienstkürzungen, z.B. infolge von Kurzarbeit oder Krankheit unberücksichtigt zu lassen.

Urlaubszeitpunkt – Übertragung?

Der Urlaub wird grundsätzlich vom Arbeitgeber festgelegt und ist im laufenden Kalenderjahr vollständig zu gewähren und zu nehmen. Die Interessen der Arbeitnehmer sind zu berücksichtigen. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr kommt grds. nur in Betracht, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Der Urlaub muss dann bis spätestens 31.3. des Folgejahres genommen werden. Etwas anderes gilt nur im Falle der Krankheit. Hier gilt nach aktueller Rechtsprechung, dass der Urlaub dann erst 15 Monate später verfällt, wenn er aufgrund von Krankheit nicht mehr genommen werden konnte. Der Urlaubsanspruch verfällt allerdings auch dann nicht ohne Weiteres, wenn der Arbeitgeber nicht dafür sorgt, dass er auch vollständig genommen wird. Arbeitgeber sollten daher jedes Jahr die Mitarbeiter auf noch offene Urlaubsansprüche rechtzeitig hinweisen und genau darüber aufklären, wann der nicht genommene Urlaub ansonsten verfällt. Fehlt ein solcher Hinweis, verfallen die alten Urlaubstage nicht.

Wechsel von Voll- in Teilzeit

Wechselt ein Arbeitnehmer von einer Vollzeitstelle auf eine Teilzeitstelle, kommt es für die Ermittlung des Urlaubsanspruchs darauf an, ob die Anzahl der Arbeitstage gleich bleibt oder nicht. Hatte eine Arbeitnehmer z.B. bei einer 5-Tage-Woche 20 Urlaubstage und ändert sich nur die Anzahl der täglichen Arbeitsstunden, hat die Änderung keinen Einfluss auf die Anzahl der Urlaubstage. Erfolgt allerdings ein Wechsel von einer 5- auf eine 3-Tage Woche, ändert sich auch die Anzahl der Urlaubstage entsprechend.

Was ist bei Krankheit, Sonderurlaub, Elternzeit

Erkrankt ein Arbeitnehmer während des Urlaubs und wird die Krankheit durch Vorlage einer AU ordnungsgemäß nachgewiesen, so wird der Jahresurlaub durch die Krankheit unterbrochen und die Krankheitstage auf den Jahresurlaub nicht angerechnet (§ 9 BUrlG). Arbeitnehmer können ihren Urlaub allerdings nicht einfach eigenmächtig um die Tage der Erkrankung verlängern. Vielmehr sind die Urlaubstage, welche wegen Krankheit nicht genutzt werden konnten, von dem Arbeitgeber zu einem späteren Zeitpunkt zu gewähren. Im Falle von Elternzeit ruht das Arbeitsverhältnis und der Arbeitgeber, die Möglichkeit für die Zeit der Elternzeit den Urlaub anteilig zu kürzen (§ 17 Abs. 1 BEEG). Im Falle eines vereinbarten Sonderurlaubs (z.B. Sabbatical) ruht das Arbeitsverhältnis ebenfalls und nach höchstrichterlicher Rechtsprechung entsteht in der Zeit kein Urlaubsanspruch.

Urlaubsabgeltung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Der Urlaub soll grundsätzlich in Natur gewährt werden. Lediglich bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist der offene Resturlaub, sofern er nicht mehr vollständig genommen werden konnte, finanziell abzugelten (§ 7 Abs. 4 BUrlG).

Praxistipp

Auch wenn das Urlaubsrecht sehr geläufig erscheint, ist es durchaus auch sehr facettenreich und von regelmäßigen Neuerungen geprägt. Gerade für Praxisinhaberinnern und Praxisinhaber lohnt es sich, hier schon im Vorfeld der Vertragsgestaltung Mühe walten zu lassen, um von Anfang an richtig aufgestellt und vorbereitet zu sein.

AUSZEICHNUNG: Hirschfeld-Tiburtius-Preis 2020/2021

Ausgezeichnete Arbeit beleuchtet Motivation Zahnmedizinstudierender

Der Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrztinnen verleiht alle zwei Jahre den mit 1.000 Euro dotierten Hirschfeld-Tiburtius-Preis. Damit ehrt der Verband Hirschfeld-Tiburtius´ Lebenswerk – und honoriert herausragende Leistungen von Frauen in der Zahnmedizin. Zwar musste die Preisverleihung im Jahr 2020 ausfallen, eine Gewinnerin gibt es jedoch trotzdem. Nun konnte Dr. Sandra Tanyeri aus Kempten die Auszeichnung entgegennehmen.

Preisträgerin Dr. Tanyeri und ihre Doktormutter Prof. Dr. Geibel

Was treibt die Zahnarztgeneration 2.0 an?

Unter so vielen Einsendungen wie noch nie entschied sich die Jury für Dr. Tanyeris Arbeit. Die Auszeichnung erhält die angestellte Zahnärztin aus Kempten für ihren im „European Journal of Dental Education“ veröffentlichten Artikel „Country and Gender differences in the motivation of dental students -an international comparison“. Diese Arbeit beleuchtet die Motivation, die Studierende im Zahnmedizinstudium antreibt. „Auf den Punkt gebracht geht es um die Fragestellung: Was treibt die Zahnarztgeneration 2.0 an?“, sagt Tanyeri im persönlichen Gespräch. Der Artikel basiert auf Tanyeris Dissertation „Gender Dentistry: International vergleichende Studie zu Karrierewahl und Spezialisierungswünschen von Zahnmedizinstudenten“, die sie 2018 bei Prof. Dr. Margrit-Ann Geibel, Univeristätsklinikum Ulm, vorlegte.

Was motiviert die Studentinnen und Studenten der Zahnmedizin also, was wünschen sie sich für ihre berufliche Laufbahn – und gibt es dabei signifikante Unterschiede hinsichtlich des Herkunftslands und des Geschlechts?

Wissenschaftliche Herangehensweise

Diesen spannenden Fragestellungen ging Dr. Tanyeri mithilfe eines standardisierten Fragebogens nach. Sie wertete die Antworten von Studierenden zwischen 21 und 25 Jahren an fünf Universitäten in Deutschland, Finnland und der Türkei aus. Dabei waren 63 Prozent der 469 Befragten Frauen, die restlichen 37 Prozent Männer. Tanyeri spiegelte so das Verhältnis der Geschlechterverteilung in der Zahnmedizin wider (Stand: 2014).

Wieso eigentlich Zahnmedizin?

Welches Ergebnis Tanyeri bei der Auswertung der Fragebögen besonders überrascht hat? „Die Befragung ergab, dass 49,5 Prozent das Zahnmedizin-Studium aus Eigenmotivation beginnen, und nicht etwa, weil der Papa auch Zahnarzt ist.“ Damit wäre eines der größeren Klischees in der Zahnmedizin (fast) ausgehebelt. Dabei spielt es für deutsche Studierende im Vergleich eine deutlich wichtigere Rolle (33,8 %), wenn Freunde oder Familie in der Zahnmedizin arbeiten, insgesamt gaben diesen Beweggrund, das Zahnmedizinstudium zu beginnen, nur 23,4 Prozent der Teilnehmer an.

Wie darf`s denn sein, das Arbeitsleben?

Und was reizt die jungen Frauen und Männer daran, später als Zahnmediziner zu arbeiten? Im Fragebogen konnten sie verschiedene Aspekte des Berufs nach Wichtigkeit bewerten. Besonders wichtig – und zwar in allen Ländern: die Möglichkeit, anderen zu helfen, Selbstständigkeit, Verdienstmöglichkeiten, mit den Händen zu arbeiten sowie Status und Prestige. Auch Zeitmanagement und die Vielfalt an Karrieremöglichkeiten spielt eine eher wichtige Rolle.

Die kleinen, großen Unterschiede

Deutliche Unterschiede ergaben sich jedoch in der genderspezifischen Auswertung: Während für Männer finanzielle Aspekte und die Selbstständigkeit als Zahnarzt im Vordergrund standen, bewerteten die meisten Frauen das Motiv „anderen zu helfen“ als besonders wichtig – und das autonome „Zeitmanagement“. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt für angehende Zahnärztinnen – und zwar unabhängig von Herkunftsland und kultureller Prägung – eine bedeutende Rolle. „Wir müssen in der Zahnmedizin unbedingt die Rahmenbedingungen schaffen, dass Frauen ihrem Beruf nachgehen und auch ihre Familie versorgen können“, sagt Sandra Tanyeri. Beispielsweise indem Schicht- und Teilzeitmodelle überarbeitet oder neu gedacht werden.

Weites Forschungsfeld

Wie wichtig Studien wie die Doktorarbeit von Tanyeri für die Gender Dentistry und die Zahnmedizin im Allgemeinen seien, unterstrich Prof. Dr. Margrit-Ann Geibel, die die Arbeit wissenschaftlich betreut hat. „In Doktorarbeiten gibt es selten so viele signifikante Antworten und Ansätze für weitere Forschungen“, sagt sie. Es wäre zu begrüßen, das Thema im Rahmen einer Doktorandenbetreuung auf Grundlage von Sandra Tanyeris Arbeit fortzuführen.

Ansatzpunkte hierfür gäbe es genug, schließlich steigt der Anteil der Frauen in der seit Jahren kontinuierlich an. Wer Motivationen beleuchtet, kann daraus Lösungen für eine Veränderung von Rahmenbedingungen bieten – vom Studium bis zur Praxisführung. „Wir sind auf einem guten Weg, aber es muss noch viel getan werden. Davon werden am Ende alle profitieren, Männer wie Frauen, Zahnmediziner wie auch Patienten“, sagt Dr. Sandra Tanyeri. Da schließen wir uns der Hirschfeld-Tiburtius-Preisträgerin 2020/21 gerne an!

Der Dentista e.V. gratuliert Dr. Sandra Tanyeri herzlich zum Hirschfeld-Tiburtius-Preis.

Alle zwei Jahre verleiht der Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrztinnen den Hirschfeld-Tiburtius-Preis. Ausgezeichnet werden Publikationen, die sich fundiert mit dem Geschlechter-Shift im Berufsstand und den daraus resultierenden Veränderungen befassen. Der Verband erinnert damit an Henriette Hirschfeld-Tiburtius (1834-1911), eine der wichtigsten Pionierinnen der Zahnmedizin. Als zweite Frau überhaupt erwarb sie zunächst einen Abschluss am „Pennsylvania College of Dental Surgery“ und eröffnete die erste von einer Frau geführte Zahnarztpraxis in Deutschland. Durch ihr Können und ihren erstklassigen Ruf wurde sie schließlich die Hofärztin der Kronprinzessin Victoria. Zudem engagierte sich Hirschfeld-Tiburtius zeitlebens im sozialen Bereich.

GELEGENHEIT, GESCHICHTE ZU SCHREIBEN: Der neue geschäftsführende Vorstand der BZÄK ist „jünger und weiblicher“

 

Der neue Geschäftsführende Vorstand der Bundeszahnärztekammer am 04. Juni 2021 in Berlin: Vizepräsidentin Dr. Romy Ermler, Präsident Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident Konstantin von Laffert (v.l.n.r.)

Am gestrigen 4. Juni wählte die Bundesversammlung mit Prof. Dr. Christoph Benz/Bayern einen neuen Präsidenten an die Spitze der Bundeszahnärztekammer. Ihm zur Seite stehen künftig Konstantin von Laffert/Hamburg sowie – zum ersten Mal seit sehr langer Zeit – als VizepräsidentIN Dr. Romy Ermler/Brandenburg. „Wir haben heute Gelegenheit, Geschichte zu schreiben“, so der neu gewählte BZÄK-Präsident bei der Präsentation seines Teams Laffert/Ermler. Und die Delegierten folgten ihm.

So darf das Ergebnis dieser coronabedingt später und unter strengen Hygienebedingungen durchgeführten Wahl durchaus als historisch bezeichnet werden. „Seit Jahren hören wir das wiederkehrende Mantra von einer Standespolitik, die ,jünger und weiblicher´ repräsentiert werden müsse. Heute nun haben die Delegierten der Bundesversammlung Fakten geschaffen“, so Dr. Kerstin Finger, Vizepräsidentin Standespolitik des Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrztinnen. Dabei sei dies nur ein folgerichtiger Schritt auf dem Weg, endlich die Realität im Berufsstand auch in den standespolitischen Gremien abzubilden. Noch immer seien lediglich 40 von insgesamt 166 Delegierten weiblich.

Auch deshalb bemerkenswert: In allen Wahlgängen um die Posten der Vizepräsident*innen kandidierten – zum ersten Mal überhaupt – mehrere Frauen. „Damit wurde die Mär über die Frauen, die einfach kein Interesse an einer standespolitischen Spitzenposition hätten, endgültig ad absurdum geführt“, unterstreicht die Präsidentin des Dentista e.V. Dr. Susanne Fath. Den Weg bereitet hätten hier auch die Kolleginnen des Dentista e.V.: „Mein herzlicher Dank gilt unserer Vorstandskollegin Dr. Rebecca Otto, die bereits im vergangenen Herbst ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärte – die leider für die nun durchgeführte Wahl nicht umgesetzt werden konnte – und unserer Kollegin Barbara Plaster, die erst kürzlich zur ersten Vizepräsidentin der Berliner Zahnärztekammer gewählt wurde und sich heute ebenfalls zur Wahl stellte. Die Zeit war reif für eine Frau im geschäftsführenden Vorstand der Bundeszahnärztekammer, und die Delegierten haben die Zeichen dieser Zeit erkannt.“

Der Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrztinnen gratuliert dem neuen Präsidium der Bundeszahnärztekammer, Prof. Dr. Christoph Benz, Konstantin von Laffert und Dr. Romy Ermler herzlich zur Wahl. „Wir freuen uns auf die Fortsetzung unserer in den letzten Jahren so erfolgreichen Kooperation mit der Bundeszahnärztekammer auch unter neuer Leitung und wünschen dem neuen geschäftsführenden Vorstand viel Erfolg“, so Fath.

 

KOOPERATION VON DIE ZA UND DENTISTA: Zukunft gemeinsam gestalten – Zahnärztinnen im Fokus

Modell der freiberuflichen Arbeit und die selbständige Praxis sollen attraktiv bleiben

Vorstandsmitglieder von DIE ZA und Dentista e.V.

Mit einer neuen Kooperation wollen DIE ZA, der Zusammenschluss aus der ZA – Zahnärztliche Abrechnungsgenossenschaft eG und der ZA Zahnärztliche Abrechnungsgesellschaft AG, und der Dentista e.V. – Verband der ZahnÄrztinnen die Zukunft der Zahnmedizin in Deutschland aktiv mitgestalten. Die Pläne ihrer Zusammenarbeit haben die Beteiligten in einer digitalen Pressekonferenz erstmals gemeinsam vorgestellt.

Im Fokus der Kooperation steht die Förderung der Freiberuflichkeit von Zahnärztinnen in der selbstständigen Praxis. „DIE ZA und der Dentista e.V. werben für das attraktive Modell der eigenen Praxis und zeigen Alternativen zu Medizinischen Versorgungszentren und angestellter Tätigkeit auf“, sagt Dr. Susanne Woitzik, Mitglied der Geschäftsleitung der ZA eG und ZA-seitig Kooperationsverantwortliche. „Wir alle kennen die vielfältigen Herausforderungen der selbstständigen Tätigkeit in der Zahnmedizin, angefangen bei zunehmender Bürokratie und Telematik-Auflagen. Aspekte, die gegen die Selbstständigkeit sprechen und den Praxisalltag erschweren, sollten aufgearbeitet werden. Wir brauchen hilfreiche Lösungen für klare, familienfreundliche und effiziente Strukturen.“

Starke Partnerschaft für attraktive Angebote und hochwertige Expertise

„Gerade junge Kolleginnen wollen wir zur eigenen Niederlassung ermutigen, sie mit Expertise unterstützen und in fachlichen wie in Fragen des Praxismanagements beraten“, ergänzt Dr. Susanne Fath, Präsidentin des Dentista e.V. „Wir freuen uns sehr, mit der ZA einen starken Partner gefunden zu haben, um unseren Mitgliedern attraktive und konkrete Angebote machen zu können, etwa durch die hochwertige Expertise der ZA in Fragen der Praxisführung.“

„DIE ZA steht für den Erhalt der Freiberuflichkeit in der Zahnärzteschaft und diese Zahnärzteschaft ist längst weiblich“, sagt Holger Brettschneider, Vorstandssprecher der ZA AG. „Dem Dentista e.V. stehen wir deshalb mit der ganzen Expertise aus unserem mehr als 30-jährigem Bestehen zur Seite. Gemeinsam können wir Zahnärztinnen dabei unterstützen, freiberuflich tätig zu sein und Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Wir werden voneinander lernen und mit einem gegenseitigen Verständnis für Herausforderungen passgenaue Lösungen entwickeln. Damit kommt diese Kooperation künftig sowohl der Zahnärzteschaft als auch dem Markt zu Gute.“

Mit Blick auf Erfahrungen in ihrer eigenen Praxis unterstreicht ZA-Vorstandmitglied Dr. Sarah Schrey die Relevanz der Freiberuflichkeit für Zahnärztinnen: „Erst in der Selbstständigkeit kann ich mein Behandlungsrepertoire und mein Arbeitsumfeld eigenverantwortlich gestalten, mich entfalten und Verantwortungsbewusstsein entwickeln, indem ich für mein Konzept und meine Behandlungsmethoden einstehe. Deshalb engagiere ich mich besonders dafür, junge Zahnärztinnen und Zahnärzten auf ihrem Weg in die Selbständigkeit sinnvoll zu unterstützen.“

Mehrwert durch Fokus auf die weibliche Perspektive                           

Auf die Relevanz der weiblichen Perspektive in der Zahnärzteschaft geht Franziska Engel, Mitglied der Geschäftsleitung der ZA AG und verantwortlich für den Kundenservice, ein: „Frauen bringen andere Hintergründe, Kontexte und Perspektiven in die Arbeit ein. Sie schauen anders auf ein Teamgefüge, auf den zwischenmenschlichen Umgang und geben dadurch andere Impulse. Es schafft einen Mehrwert, diese Perspektiven in den Fokus zu nehmen.“

Darüber hinaus weist Dentista-Vorstandsmitglied Dr. Juliane von Hoyningen-Huene auf internationale Ansätze hin: „Als deutsche Zahnärztinnen sollten wir uns auch immer im Kontext mit Kolleginnen aus anderen Ländern sehen und deren Wissen und Erfahrungen ebenso einbeziehen.“ Unter anderem widmet sich der Dentista e.V. wissenschaftlichen Aspekten der Gender Dentistry und damit den geschlechterspezifischen Unterschieden in der Zahnmedizin. „Der Dentista e.V. kann DIE ZA mit neuesten wissenschaftlichen, medizinischen Erkenntnissen und tollen Referentinnen unterstützen. Das sind beispielsweise junge Kolleginnen, die in ihrer Selbstständigkeit besondere Konzepte entwickelt haben und Mut machen können“, ergänzt Dentista-Mitglied Rebecca Otto, die seit zwölf Jahren als Kinderzahnärztin praktiziert.

Gestaltung des Kulturwandels in der Zahnärzteschaft

„Ziel der Zusammenarbeit von DIE ZA und Dentista ist die Gestaltung eines modernen, partizipativen und vor allem transkulturellen Ansatzes. Den Kulturwandel in der Zahnärzteschaft der letzten Jahre wollen wir nicht nur wahrnehmen, sondern gestalten. Den Schritt von Berufsanfängerinnen in die Selbstständigkeit wollen wir unterstützen und begleiten, ihnen Ansprechpartnerin sein. Manches würde einen Finanzier nicht interessieren – eine Kollegin mit viel Erfahrung aber sehr wohl“, erklärt Dr. Kerstin Finger, Vizepräsidentin des Dentista e.V. und Dentista-seitig Kooperationsverantwortliche. „Mit dem, was DIE ZA und Dentista jeweils leisten und bieten können, gehen wir gemeinsam neue Projekte an und gestalten die zahnärztliche Praxis der Zukunft.“ Ganz konkret geht es dabei um Tools der modernen Praxisführung, Wegweiser zur Existenzgründung, aber auch für die Praxisabgabe. „Mehr denn je geht es eben nicht um allgemeingültige Blaupausen, sondern um ganz individuelle Wege zu individueller Qualität in der Zahnmedizin. Und es geht darum, die Freude am Beruf zu erhalten.“

Von organisatorischen Standards bis zu praxisindividuellem Coaching

Wie die Kooperation von DIE ZA und Dentista e.V. die Freiberuflichkeit für Zahnärztinnen attraktiver machen will, fasst Dr. Susanne Woitzik zusammen: „Das wichtigste Anliegen ist es, die Praxisführung auf das zu reduzieren, was zwingend in der Praxis zu erledigen ist, wie die Patientenbehandlung und die sie unterstützenden Prozesse, und den Rest soweit wie möglich, etwa an die ZA, auszulagern. Damit werden Kapazitäten frei – für die Zahnmedizin, für die Familie und für sich selbst. Für alles, was in der Praxis organisatorisch standardisiert werden kann, erarbeiten wir effiziente und beispielhafte Musterlösungen. Und für alle offenen Fragen bieten wir auf die individuellen Belange abgestimmte Beratungen und Coachings an.“

Im Rahmen der Kooperation profitieren Dentista-Mitglieder von vielen ZA-Leistungen, die zu einer Entlastung bei der Praxisverwaltung, Zeitersparnissen und damit neuen zeitlichen Kapazitäten führen. Als eine der führenden, bundesweit tätigen Factoringgesellschaften für Zahnärzte und Kieferorthopäden übernimmt DIE ZA verschiedene Verwaltungsaufgaben, etwa in Abrechnung und Qualitätsmanagement, bietet digitale Lösungen für die Praxisorganisation und bietet individuelle Service- und Beratungsleistungen an.

 

 

NEUE KOOPERATION: Bundesweite Zusammenarbeit von DIE ZA und ZahnÄrztinnenverband Dentista e.V.

Aktive Stärkung von Zahnärztinnen in freiberuflich geführten Praxen

Düsseldorf, April 2021. DIE ZA, der Zusammenschluss aus der ZA – Zahnärztliche Abrechnungsgenossenschaft eG und der ZA Zahnärztliche Abrechnungsgesellschaft AG, sowie der Verband der ZahnÄrztinnen Dentista e.V. arbeiten künftig deutschlandweit zusammen. Gemeinsam wollen die Organisationen die Zukunft der Zahnmedizin in Deutschland mitgestalten.

Als eine der führenden, bundesweit tätigen Factoringgesellschaften für Zahnärzte und Kieferorthopäden ist DIE ZA wichtiger Partner für alle Themen rund um Rechnungs- und Zahlungsabwicklung mit Patienten und bietet ein großes Angebot an individuellen Service- sowie Beratungsleistungen. Dentista steht für die die weibliche Expertise in der Zahnmedizin und möchte für die besonderen Anforderungen der Kolleginnen passgenaue Lösungen entwickeln. In der Kooperation sehen beide Partner die Möglichkeit, aktiv Einfluss auf die Rahmenbedingungen der freiberuflichen Praxisführung zu nehmen. Vor allem jungen Kolleginnen soll der Anreiz zur Selbstständigkeit gegeben und attraktive Gestaltungsmodelle aufgezeigt werden. „Wir freuen uns sehr über diese Kooperation, die dazu beitragen wird, jungen Kolleginnen Mut zu machen – für die Niederlassung, für die Selbständigkeit, für mehr Freude an unserem wundervollen Beruf“, sagt Dentista-Präsidentin Dr. Susanne Fath. Holger Brettschneider, Vorstandssprecher der ZA ergänzt: „Dentista und DIE ZA eint Innovationskraft und der Wille zur aktiven Gestaltung der Zukunft. Gemeinsam können wir mehr bewegen als jeder von uns alleine. Wir bieten optimale Lösungen, mit der sich die persönliche Lebensidee der weiblichen Kolleginnen mit der Zahnmedizin der Zukunft vereinen lässt.“ Das bekräftigt auch die in eigener Praxis praktizierende Kieferorthopädin und ZA-Vorstandmitglied Dr. Sarah Schrey: „DIE ZA und Dentista eint der Gemeinschaftsgedanke und das Wissen darüber, dass die speziellen Anforderungen an die Freiberuflichkeit am besten mit starken Partnern verwirklicht werden können, um alle sich bietenden Synergien optimal zu nutzen.“

Aufgrund der Kooperation profitieren Dentista-Mitglieder von zahlreichen ZA-Leistungen, die für sie zu einer spürbaren Entlastung bei der Praxisverwaltung, zu Zeitersparnissen und damit neuen Kapazitäten führen. DIE ZA übernimmt verschiedene Verwaltungsaufgaben, etwa in der Abrechnung oder im Qualitätsmanagement, und fördert Teams zugleich mit Coachings in diesen und weiteren Aufgabenbereichen. „Nur mit dem Modell der eigenen Praxis können wir sicherstellen, dass Patientinnen und Patienten auch zukünftig noch genau die Behandlung erfahren, die aufgrund ihres Zahnstatus‘ geboten ist und nicht durch wirtschaftliche Interessen bestimmt ist“, sagt Dr. Susanne Woitzik, Mitglied der Geschäftsleitung ZA eG und verantwortliche Ansprechpartnerin für die Kooperation. „Ich freue mich sehr über die Kooperation mit der Dentista und bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam viel bewegen können, um das Modell der eigenen Praxis für Zahnärztinnen wieder attraktiv zu machen.“ Das unterstreicht auch Dr. Kerstin Finger, Vizepräsidentin des Dentista e.V. und Leiterin des Kooperationprojektes auf Seiten des Zahnärztinnenverbandes: „Mit dem, was wir als Dentista und DIE ZA jeweils leisten können und zu bieten haben, werden wir neue Projekte entwickeln, die sich an den aktuellen Rahmenbedingungen orientieren. Die auch der Tatsache Rechnung tragen, dass die Zahnmedizin schon heute mehrheitlich durch Frauen ausgeübt wird. Und die die zahnärztliche Praxis in die Zukunft führen können.“

Die Relevanz dieser Zusammenarbeit resultiert nicht zuletzt aus strukturellen Marktveränderungen, dem Fachkräftemangel, Marktverwerfungen aufgrund der COVID-19-Pandemie sowie der Zunahme bürokratischer Auflagen. All diese Aspekte machen die Selbstständigkeit für junge Zahnärztinnen immer weniger attraktiv, während Praxen vor allem in vielen ländlichen Regionen ohne Nachfolge bleiben. Sowohl DIE ZA als auch die Dentista sind sich dieser Herausforderung bewusst. Gemeinsam wollen sie neue, kreative Modelle entwickeln, um jungen Kolleginnen den Weg in die Selbstständigkeit zu erleichtern und die notwendigen Abläufe gleichzeitig familienfreundlich zu gestalten. „DIE ZA und Dentista sind dafür hervorragende Partner, da sie ein gemeinsames Ziel verfolgen: Frauen in der Zahnärzteschaft optimal zu unterstützen, und das mit ausgeklügelten Lösungen in Form von Dienstleistungen und Services. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich: Frauen denken, agieren und führen anders.“, sagt Franziska Engel, Mitglied der Geschäftsleitung ZA AG und Bereichsleiterin Kundenservice.

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