DENTISTA WISSENSCHAFTSPREIS 2016 VERLIEHEN: „Gender Shift und Generationenwechsel“


Was verändert sich im Berufsstand durch die steigende Anzahl an Zahnärztinnen – und welche Akzente setzt dies im Berufsstand mit Blick auf den Generationenwechsel? Aktuelle Entwicklungen zu diese1.Dentista Wissenschaftspreis 2016n Kernthemen des Dentista e.V. liefert die Dissertation von Nina Düchting/Gütersloh, die in diesem Jahr mit dem Wissenschaftspreis des Zahnärztinnenverbandes ausgezeichnet wurde. Rund 1500 Zahnärztinnen und Zahnärzte wurden zu einer Online-Umfrage eingeladen, über 300 haben den Fragebogen aufgerufen, fast 170 – Männer und Frauen in gleicher Anzahl – haben ihn vollständig ausgefüllt. Die Datenbasis macht deutlich, dass die Dissertation eher eine Trenddarstellung bietet als eine repräsentative Studie, belegt dennoch Ergebnisse früherer Erhebungen und zeigt, dass sich die Situation zwischenzeitlich nicht wesentlich verändert hat. Einige der Fakten aus der datenreichen Studie:

– Doppelt so viele Männer wie Frauen haben eine Einzelpraxis (71% vs. 38%)

– Frauen gründen eher neu, Männer übernehmen eher

– Doppelt so viele Frauen wie Männer hatten einen Partner, der nicht im Gesundheitswesen tätig ist (72% vs. 38%)

– Partner von Zahnärztinnen arbeiten 3 x häufiger Vollzeit, Partnerinnen von Zahnärzten dagegen 6 x häufiger Teilzeit

– Zahnärzte haben durchschnittlich 1 Kind mehr als Zahnärztinnen

– 37% der Zahnärzte interessieren sich für die Standespolitik, aber nur 13% der Frauen

– „Am Ende des Arbeitstages bin ich völlig erledigt“: 21% Frauen, 12% Männer

– Unterschiede bezüglich Spezialisierung (Implantologie, Chirurgie, Kinderzahnheilkunde)

– Berufszufriedenheit der Frauen steigt mit der Zahl der Personen im Haushalt, der Kinderzahl und dem Einkommen. Aber: Ihre Belastung steigt mit den Berufsjahren, die der Männer nimmt ab.

Welche Konsequenzen die Ergebnisse für den Berufsstand haben, stellte PD Dr. Ingrid Peroz, Beirätin Wissenschaft des Dentista e.V., in ihrer Laudatio zusammen: „Die Fakten zeigen, dass wir Präventionskonzepte gegen „Burn-out“ brauchen und mehr alltagstaugliche Lösungen für die Kinderbetreuung. Die Standespolitik sollte überzeugende Imagekampagnen für die Selbständigkeit gestalten. Sinnvoll wäre zudem ein Mentoringprogramm zwischen erfahrenen Zahnärzten und Studierenden.“ Düchting sieht den Bedarf nach Curricula bzw. Kursen spezifisch für Zahnärztinnen, insbesondere in eher männlich dominierten Disziplinen. Auch Mentoring-Programme von niedergelassenen Zahnärztinnen für junge Kolleginnen seien wertvoll – Berichte über eigene Erfahrungen könnten aufzeigen, wie man Beruf und Familie miteinander verbinden kann. Allerdings wünschten sich auch die männlichen Befragten ein funktionierendes Wechselspiel zwischen Berufsausübung und Familienleben. Der Forderung nach stundenreduzierten Arbeitszeitmodellen sollten die Kammern mit passenden strukturellen Angeboten antworten.

Der mit 1000 Euro dotierte Wissenschaftspreis ist auch für 2017 erneut ausgelobt. Details zur Ausschreibung: https://dentista.de/verband/wissenschaftspreis/

ZUM BILD OBEN: Preisträgerin 2016 des Dentista Wissenschaftspreises ist Zahnärztin Nina Düchting, Güterloh – sie erhielt Blumen, Preis und Trophäe überreicht von Dentista Präsidentin Dr. Susanne Fath und Beirätin Wissenschaft, PD Dr. Ingrid Peroz (rechts).

Betreut wurde die Studie von PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, bisher Vizepräsidentin des Dentista e.V. – u2.Dentista Beirat Wissenschaft neund nunmehr neue Beirätin Wissenschaft: Dr. Peroz (LINKS) hat ihre Aufgabe an Dr. Dr. Gleissner (MITTE) weitergegeben, mit der sie im erweiterten Dentista Vorstand die letzten Jahre bereits hervorragend zusammengearbeitet hatte. Von Dentista Präsidentin Dr Susanne Fath (rechts) wurde sie herzlich im neuen Amt begrüßt. Gleissner ist zudem Präsidentin der Fachgesellschaft Gender Dentistry International und insofern bestens für Themen aufgestellt, die Veränderungen durch Verschiebungen im Geschlechtergleichgewicht im zahnärztlichen Berufsstand erkunden.