7. HIRSCHFELD-TIBURTIUS-SYMPOSIUM: Pragmatische Zahnheilkunde – nah am Patienten


Behandlungen state-of-the-art und in therapeutischen Korridoren, wie sie die wissenschaftlichen Fachgesellschaften entwickeln, sind ausgerichtet auf Patienten, die eine Art „Durchschnittsnorm“ erfüllen. Solche fachlichen Empfehlungen leisten große Hilfestellung bei der Patentenberatung und auch der Patientenversorgung. Was aber tun, wenn der Patient, der aktuell vor einem sitzt, nicht zu den entsprechenden Vorgehensweisen passt? Wenn seine Biologie, seine wirtschaftlichen Verhältnisse oder auch sein persönlicher Wille nicht konform geht mit dem, was aus zahnmedizinischer Sicht wünschenswert wäre? Was hat die Zahnmedizin an Lösungen zu bieten, wenn es „individuell“ werden muss?

Solche Themen „nah am Alltag, nah am Patienten“ hatten sich die Teilnehmer des Hirschfeld-Tiburtius-Symposiums des Dentista e.V. in den vergangenen Jahren bei entsprechenden Umfragen gewünscht – jetzt stehen sie thematisch gebündelt beim aktuellen Symposium am 20. Juni 2015 in Berlin auf dem Programm.

„Wir wollen an Beispielen aus den Bereichen Kinderzahnheilkunde, Erwachsenenbehandlung und für den Patientenkreis im hohen Alter zeigen, welche innovativen und sicher manchmal auch kreativen Lösungen sich in den Abteilungen an den Hochschulen und auch in Praxis und Dentallabor bewährt haben – und damit auch Tricks und Tipps vermitteln, die für den Alltag und einen großen Kreis an Patienten hilfreich sind“, sagt PD Dr. Ingrid Peroz, wissenschaftliche Leiterin des Symposiums. „Es wird dazu sicher auch spannende Diskussionen geben, auf die wir uns schon sehr freuen!“

Wie also würde man im „Regelfall“ vorgehen – und was tun, wenn das bei dem Patienten, der um Hilfe bittet, nicht umsetzbar ist? Und was wäre nicht nur möglich, sondern außerdem auch nachhaltig? Diese „Hausaufgabe“ für die Vorträge ging an Wissenschaftler an Hochschulen, an Zahnärzte aus den Praxen und erfahrene Experten aus dem Bereich Zahntechnik. Dabei werden fachliche Aspekte (z.B. innovative Konzepte bei der MIH-Behandlung) ebenso behandelt wie kommunikative Themen (z.B. Fluorid-Kommunikation bei kritischen Eltern), Warnung vor zuviel Kreativität (z.B. was geht noch und was nicht mehr bei Zahnersatz-Reparatur) und Motivation zu ungewöhnlichem Vorgehen (z.B. bei der Vermeidung von Knochenresorption nach Extraktion) plus andersdenkendes Herangehen an eine therapeutische Herausforderung (z.B. über ganzheitliche Sichtweisen).

„Die Vorgaben sind, wie wir schon hörten, eine deutliche Herausforderung an unsere Referenten“, sagt Dentista-Präsidentin Dr. Susanne Fath, „aber letztlich müssen wir alle in der Praxis genau diese Fragen immer beantworten, wenn ein Patient mit individuellen Voraussetzungen zu uns kommt. Von den Erfahrungen in den einzelnen Bereichen, wie wir sie auf unserem Symposium vorstellen, können wir sicher alle Nutzen für den Behandlungsalltag ziehen!“

Das Symposium, das der ersten niedergelassenen Zahnärztin in Deutschland gewidmet ist, richtet sich entsprechend nicht nur an Zahnärztinnen und Zahnärzte, sondern auch an Zahntechniker und das Praxisteam. Dr. Fath: „Das Teamgefühl wollen wir explizit fördern – deshalb haben wir vor einigen Jahren auch einen speziellen Team-Rabatt eingeführt, der inzwischen sehr oft genutzt wird. Es freut uns wirklich sehr, dass diese Einladung zum gemeinsamen Lernen so gut ankommt!“

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