1ST WOMEN DENTISTS' LEADERSHIP CONFERENCE: Keine Scheu vor Führungsrollen


Auf Einladung von Dentista Vizepräsidentin Dr. Juliane von Hoyningen-Huene reisten parallel zum Jubiläumskongress 7 Decades of Quintessence und dem Berliner Zahnärztetag insgesamt 14 Referentinnen aus zehn unterschiedlichen Ländern mit einem exzellenten Themen-Potpourri aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Führung im Estrel Hotel in Berlin an. Anhand ihrer persönlichen Erfahrungen und Lebensläufe inspirierten die brillanten Referentinnen mit ihren Vorträgen das Auditorium. Dabei motivierten sie und vermittelten gleichzeitig hervorragendes Wissen.

Die Referentinnen und Teilnehmerinnen der 1st Women Dentists’ Leadership Conference.

Die Konferenz wurde von FDI-Präsidentin Dr. Kathryn Kell, WDW-Präsidentin Dr. Vesna Barac Furtinger und BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel eindrucksvoll eröffnet. Engel sprach in seiner zukunftweisenden und aufgeschlossenen Eröffnungsrede über den progredienten Wandel des Geschlechterverhältnisses in der Zahnmedizin. Er bedauerte als sich bekennender „Male Feminist“ die Unterrepräsentanz der Zahnärztinnen in der Standespolitik. Er wies ebenfalls auf den zunehmenden Trend der Bildung von MVZs hin, die den kohärenten Verlust der Unabhängigkeit des Berufstandes und der Behandlungsfreiheit fördern. Wollen wir wirklich unsere Selbstbestimmung und Unabhängigkeit aufgeben? Engels Antwort darauf: „Ein klares Nein!“ Das aktive Einbringen in die Berufspolitik sei die einzige Möglichkeit, die berufliche Zukunft selbst zu gestalten.

Dr. Kathryn Kell, USA,  betonte, welch ein bedeutender Moment die Konferenz für die Frauen in der Zahnmedizin darstelle. Sie rief in Erinnerung wie notwendig es sei, dass Zahnärztinnen sich gegenseitig unterstützen und dass es ein Privileg sei, voneinander lernen zu dürfen. Kell wünsche sich mehr Zahnmedizinerinnen in Führungspositionen auf politischer aber auch universitärer Ebene. Übergeordnetes Ziel müsse die Stärke im Zusammenhalt darstellen. „Ermutigt und unterstützt einander“, so ihr Apell.

Dr. Vesna Barac Furtinger, Kroatien, sprach über den extrem geringen Frauenanteil in den entscheidenden Führungspositionen. Sie betonte wie immens wichtig Social Networking und globale Kommunikation seien und wie positiv digitale Plattformen zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch, zur Unterstützung und Mentoring wären. Dies führe zu neuen Ideen und globalen Möglichkeiten für die Zukunft.

PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Reichelsheim, belegte anhand von eindrucksvollen, evidenzbasierten Studien wie immens wichtig es sei, die geschlechtsspezifischen Unterschiede von Mann und Frau in der Zahnmedizin und bei den Therapien einzubeziehen. Das Wissen darüber und die therapeutische Umsetzung führen zu einer besseren Medizin. Ihr Fazit: Die Patienten sollten immer durch die Gender-Brille betrachtet werden.

Dr. Raquel Zita Gomes, Portugal, bewies brillant, dass Frauen in der momentan noch männerdominierten Oralchirurgie äußerst erfolgreich sein können, wenn sie an ihren Wünschen festhalten und diese trotz Hindernissen fokussiert verfolgen. Ihr Appell: „Glaube an Dich, sei stolz und ignoriere nicht Dein Potential!“

Dr. Irina Dragan, USA, glänzte mit einer visionären Perspektive für die Zahnheilkunde. Ihr Ansatz beinhaltet ein Gleichgewicht zwischen Patientenversorgung, Forschungsaktivitäten und Lernmöglichkeiten. Die Zahnheilkunde sei in starkem Wandel, sodass zusätzliche Fähigkeiten wie Management und Führungsqualitäten notwendig wären, um erfolgreich zu sein. Man müsse die Herausforderung einer unvorhersehbaren Zukunft annehmen, um auch morgen wettbewerbsfähig zu sein.

Die MKG-Chirurgin Dr. Schwartz-Arad, Israel, bewies anhand von klinischen Fallbeispielen eindrucksvoll, warum Scheitern eine Schlüsselrolle des Erfolges darstellt und die daraus resultierende Erfahrung entscheidend für die offerierten Therapien ist.

Chirurgin Dr. Ashwini Bhalerao, Indien: „Chirurgie ist mein Leben, mein Leben ist die Chirurgie und ich bin eine bessere Chirurgin, weil ich eine Frau und eine Mutter bin“. Sie ermutigte die Teilnehmerinnen, füreinander einzustehen und einander zu helfen, sowie Zivilcourage zu zeigen. Ihr Motto: „What goes around comes around.“

Dr. Juliane von Hoyningen-Huene berichtete leidenschaftlich über die Gründung und die bisherige Entwicklung von Dentista sowie ihre Arbeit in der Standespolitik. Sie betonte wie immens wichtig das Zahnärztinnen-Netzwerk für die Standespolitik sei: „Wir dürfen uns nicht über die Zustände beschweren, sondern wir müssen uns aktiv einbringen, wenn für uns relevante, nachhaltige Entscheidungen gefällt werden.“

Die erste FDI-Präsidentin Michèle Aerden, Belgien, Gründerin des WDWS, schilderte mitreißend ihren faszinierenden Lebenslauf. Ihr Appell: „Wir können unser Leben jederzeit ändern!“ Man müsse sich mit den richtigen Menschen umgeben, um erfolgreich zu sein und um das beste Team zu finden. Und: Nur in Führungspositionen können nachhaltige Veränderungen erzielt werden.

Dr. Anke Handrock, Berlin, sprach begeisternd darüber, wie man durch positive Gedanken sein Leben, seinen Workflow und seine Führungsqualitäten grundlegend verändern kann. „Legt den Fokus auf positive Dinge, konzentriert euch auf eine Sache und seid von euch selbst überzeugt.“

Dr. Sevim Canlar, Langenfeld, sieht sich selbst als Unternehmerin. Sie ist Günderin von BeDental Marketing und wird in naher Zukunft ihre eigene Praxis eröffnen. Canlar zeigte auf, wie Online-Marketing ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg sein kann. Es sei wichtig sich in der digitalen Welt langfristig zu positionieren, sowie das Internet und die sozialen Medien zu nutzen, um eine erfolgreiche Unternehmerin zu werden.

Rebecca Otto aus Jena ist Kinderzahnärztin, Praxisinhaberin, Vorstandsmitglied der LZÄK Thüringen und Mutter. Sie beleuchtete eindrucksvoll wie man als Zahnärztin und Mutter auch standespolitisch aktiv und mit neuen Konzepten trotz Gegenwind und Hindernissen sehr erfolgreich sein kann. Alles sei möglich, wenn Frau es möchte und wenn sie eine gute Planung und ein gutes Team um sich hätte.

Oberst Dr. Sandra Chmieleck ist als Zahnärztin im medizinischen Dienst der Bundeswehr tätig. Sie erläuterte die Strukturen der Bundeswehr und zeigte auf, dass diese auch für eine Frau und Mutter als Arbeitnehmer äußerst interessant sein können. Die Anzahl der Zahnärztinnen in der BW liege bei 57%. “Glaube an Dich selbst, Du bist mutiger als Du denkst, stärker als Du scheinst und klüger als Du glaubst!”.

Diesen Satz sollte man sich immer wieder vergegenwärtigen! Kämpft nicht gegeneinander, sondern unterstützt euch und pusht euch gegenseitig zu Glanzleistungen! Gebt das Positive, das ihr erfahrt immer auch etwas zurück und weiter. Bringt euch aktiv in unsere Standespolitik ein, um eure Zukunft selbst zu gestalten.

Abschliessend möchten wir uns von ganzem Herzen bei Dr. Juliane von Hoyningen-Huene für die Organisation dieser tollen Veranstaltung bedanken und dafür, dass sie diese unvergessliche, zukunftweisende Konferenz mit bright shining Dentistas ermöglicht hat! BUT: Next time in the main hall!

Unser Fazit: Eine rundum gelungene Veranstaltung, die nach einer Fortsetzung ruft!