Archiv der Kategorie: Presse

HIRSCHFELD-TIBURTIUS-PREIS DES DENTISTA E.V.: Ausschreibung läuft

Der Dentista e.V. verleiht alle zwei Jahre den mit 1.000 Euro dotierten Hirschfeld-Tiburtius-Preis. In diesem Jahr läuft die Ausschreibung noch bis zum 30. April. Verliehen wird der Preis im Rahmen des gleichnamigen Symposiums am 8. und 9. Juni in Leipzig. 

Bildquelle: Fotolia/Sergey Nivens

Auch 2018 will der Dentista e.V. wieder eine Arbeit auszeichnen, die sich fundiert mit dem Geschlechter-Shift im Berufsstand und den daraus resultierenden Veränderungen befasst. Dazu zählen beispielsweise Zertifikatsarbeiten, Masterthesen, Dissertationen oder Veröffentlichungen in einem Fachjournal, die spezielle Fragestellungen aufgreifen, die sich aus dem steigenden Anteil der Frauen im Berufsstand ergeben und neue Erkenntnisse mit Relevanz für die demografische Entwicklung im Berufsstand liefern.

Nach Beschluss des Dentista-Vorstands wird der Hirschfeld-Tiburtius-Preis alle zwei Jahre verliehen. Die Preisträgerin oder der Preisträger sollen auf der Jahrestagung des Verbandes, dem Hirschfeld-Tiburtius-Symposium, bekannt gegeben werden. Dieses findet am 8. und 9. Juni in Leipzig statt. 

Ausschreibung endet am 30. April

Die Einreichungsfrist für den Hirschfeld-Tiburtius-Preis 2018 endet am 30. April. Alle Bewerber werden gebeten, nur Publikationen einzureichen, die ein Begutachtungsverfahren durchlaufen haben und zum Zeitpunkt des Anmeldeschlusses nicht länger als 24 Monate veröffentlicht sind. Die Bewerbungsunterlagen aus Publikation (als PDF-Datei), einer aussagekräftigen Zusammenfassung (als Textdatei) und einer Titelseite (inklusive Name des Autors und Anschrift des korrespondierenden Autors) sollten digital eingereicht werden unter info@dentista.de (Stichwort: Hirschfeld-Tiburtius-Preis). 

Da der Vorstand und der wissenschaftlichen Beirat des Dentista e.V. die Auswertung anonymisiert vornehmen möchten, sollten Zusammenfassung und Originalpublikation keine Hinweise auf die Autoren enthalten – Autorennamen in der Originalpublikation können gegebenenfalls geschwärzt werden. 

 

10. HIRSCHFELD-TIBURTIUS-SYMPOSIUM DES DENTISTA E.V.: Jubiläumssymposium am 8. und 9. Juni 2018 in Leipzig

Das Hirschfeld-Tiburtius-Symposium des Dentista e.V. findet in diesem Jahr zum inzwischen 10. Mal statt. Auf Wunsch der Mitglieder wandert die früher traditionelle Berliner Veranstaltung seit 2017 durch Deutschland und führt am 8. und 9. Juni 2018 nach Leipzig.

Leipzig ist Schauplatz des diesjährigen 10. Hirschfeld-Tiburtius-Symposiums des Dentista e.V. Zum Jubiläum erwarten die Teilnehmerinnen aus Zahnmedizin und Zahntechnik renommierte Referenten, spannende Themen und ein abschließendes gemeinsames Barbecue. Bildquelle: Fotolia/animaflora

Beim Tagungskonzept wurden die durch eine Umfrage gewonnenen Wünsche der Vorjahres-Teilnehmerinnen berücksichtigt und weiterentwickelt. Fachliche Aspekte sollen dabei ebenso zum Zuge kommen wie solche aus dem Praxis- und Labormanagement. Die aktuelle Veranstaltungsplanung trage dem Rechnung, so Präsidentin Dr. Susanne Fath: Am ersten Kongresstag stünden eher Fachthemen auf dem Programm, während sich der zweite Tag dem Praxis- und Labormanagement widme. Der beliebte Workshop-Charakter der Veranstaltung, der schon 2017 auf großen Zuspruch gestoßen sei, bleibe dabei erhalten.

Fachthemen zum Auftakt

Das diesjährige Symposium trägt die Überschrift „Herausforderungen meistern – in Prothetik, Finanzen, Mutterschutz und Patientenführung“. Dabei ist es PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, der wissenschaftlichen Beirätin des Dentista e.V., erneut gelungen, ein attraktives Programm mit spannenden Themen und renommierten Referentinnen und Referenten zusammenzustellen. Der Fokus des ersten Kongresstages liegt auf Fachthemen aus den Bereichen Zahnmedizin und Zahntechnik. Wissenschaftlichen Input hierzu wird OÄ Dr. Silvia Brandt aus Frankfurt am Main leisten; in ihrem Vortrag widmet sie sich der prothetischen Versorgung des teilbezahnten Kiefers ohne Implantate. Auf den fachlichen Nachmittag folgt dann die Mitgliederversammlung, die – ebenso wie die Tagung und das sich anschließende gemeinsame Abendessen und Beisammensein – im Pentahotel stattfindet. Der Samstag befasst sich mit Themen rund um die Praxisführung. Ute Regina Voß, Inhaberin der Beratungsplattform „frau & vermögen“ aus Kiel, wird den zweiten Kongresstag einleiten. Ihr Vortrag trägt den vielsagenden Titel „Dagoberta macht Kasse – oder auch: Geld steht jeder Frau“. Anschließend können sich die Teilnehmerinnen „ihr“ Symposium individuell noch interessanter gestalten: Erstmals besteht die Möglichkeit, an zwei parallel laufenden Workshops der Kongress-Sponsoren aus der Dentalindustrie teilzunehmen. Zur Auswahl stehen „Befestigung – Durchblick durch den Materialdschungel“ von Ivoclar Vivadent und „Praxismarketing – So geht eLearning“ von E-WISE. Auch hier komme man einer Idee aus dem Kreise ehemaliger Teilnehmerinnen nach, so Dr. Fath.

Barbecue als Abschluss 

Der Nachmittag startet mit einem derzeit viel diskutierten Thema, dem „Mutterschutz“. Die Rechtsbeirätin des Dentista e.V., RAin Jennifer Jessie aus Bad Homburg, wird Fakten rund um das neue Mutterschutzgesetz sowie dessen Auswirkungen für Zahnärztinnen und Zahntechnikerinnen vorstellen – hier ist auch ausreichend Diskussionszeit mit eingeplant. Den Kongress inhaltlich beschließen wird PD Dr. Christoph Ramseier. Der Schweizer Zahnmediziner bietet den 

Teilnehmerinnen mit seinem Vortrag „Empathie statt Expertise: Verhaltensänderung durch Motivierende Gesprächsführung“ Hilfestellung im Bereich Patientenführung an.

Die Besonderheit des diesjährigen Symposiums folgt dann zum Schluss: Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums, lädt der Dentista e.V zu einem Grillfest ein. Unter dem Motto „Frauen machen Feuer“ besteht für alle Teilnehmerinnen die Möglichkeit, die Tagung mit einem gemeinsamen Barbecue bei kollegialen Gesprächen und in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen – und auf die nächsten zehn Jahre erfolgreicher Dentista-Symposien anzustoßen. 

Als Veranstaltungsort des zweitägigen Symposiums hat sich Dentista für das Pentahotel Leipzig entschieden. Die selbst ernannte „coolste Location in einer heißen Stadt“ bietet, so heißt es, sowohl Ruhe als auch Erholung – und damit ideale Voraussetzungen für zwei intensive, debattenreiche und horizonterweiternde Kongresstage. 

Weitere Informationen zum 10. Hirschfeld-Tiburtius-Symposium sowie das Anmeldeformular finden Sie unter www.dentista.de/hts-symposium.

DENTISTA MIT STATEMENT ZUM THEMA “STILLDAUER”: Neues – und Ungeklärtes – beim aktuellen Mutterschutzgesetz

Zum 1. Januar 2018 ist das neue Mutterschutzgesetz (MuSchG) in Kraft getreten, das einerseits bestehende Regelungen fortschreibt, andererseits aber auch einiges an Veränderungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmerinnen in den zahnärztlichen Praxen bringt. Neu beispielsweise ist, dass die MuSchGArbV (Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz) letztlich in das neue Mutterschutzgesetz mit eingeflossen ist. Neu ist auch, dass die Vorgaben des Gesetzes für alle schwangeren und stillenden Frauen gilt – also auch schon für Schülerinnen, Auszubildende und Studentinnen, allerdings gilt das Gesetz wie bereits das alte MuSchG nicht für selbständige Praxisinhaberinnen. Stärker hervorgehoben wurde die bereits schon früher verpflichtende Gefährdungsbeurteilung hin zu einer individuellen sorgfältigen Prüfung, die den jeweiligen (bestehenden) Arbeitsplatz der angestellten schwangeren/stillenden Mitarbeiterin betrifft – und vor allem die Intention des Gesetzes wurde neu gefasst: Ziel des neuen MuSchG ist es, mehr Müttern als bisher die Teilhabe am Berufsleben zu ermöglichen und dem entsprechend Arbeitsplätze so zu gestalten, dass dies möglich ist. Schwangere/stillende Mütter sollen am Arbeitsplatz nicht benachteiligt werden.

Bildquelle: proDente e.V./Johann Peter Kierzkowski

Allerdings bietet das neue MuSchG nicht nur manches Neue, wie der Zahnärztinnenverband Dentista feststellt, sondern auch viel noch Ungeklärtes. Um offene Fragen oder fehlende oder kritische Aspekte des Gesetzes – auch berufsgruppenspezifisch – hinsichtlich seiner Anwendung zu optimieren, hat der Gesetzgeber (auch dies ist im MuSchG neu festgeschrieben) einen „Ausschuss für Mutterschutz“ eingerichtet, der diese Anwendungsoptimierungen erarbeiten soll. Dieser Ausschuss hat seine Arbeit gerade erst aufgenommen, das Gesetz wird also noch eine ganze Weile in der bestehenden Form laufen und gelten, die eine Reihe noch zu klärender Aspekte beinhaltet.

Hochschulen vor erheblichen Herausforderungen

Eine große Herausforderung beispielsweise wird die Umsetzung des Gesetzes für die Hochschulen bringen – allein im Bereich Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde können schwangerere/stillende Studentinnen an zahlreichen Kursen aufgrund der arbeitsschutzrechtlichen potentiellen Gefährdung nicht teilnehmen, hier müssen die Kliniken ein „Beschäftigungsverbot“ aussprechen. Da gleichermaßen aber auch keine Benachteiligung der schwangeren/stillenden Studentinnen akzeptiert wird, beispielsweise eine Verlängerung der Ausbildungszeit und daraus möglicherweise resultierende Probleme bei BAföG-Leistungen, stehen die Hochschulen derzeit vor kaum überwindbaren Lösungsaufgaben. Bereits bei den ersten Arbeitsrunden im Ausschuss für Mutterschutz hat sich gezeigt, dass die Hochschulen einerseits auf die kaum umsetzbaren Erwartungen des Gesetzgebers hinwiesen und andererseits die Vertreter des Gesetzgebers deutlich machten, dass sie Lösungen erwarten. Generell nimmt der Gesetzgeber den Mutterschutz sehr ernst – in eigenen Paragrafen listet er eine eindrucksvoll heftige Liste an Strafmaßnahmen bei Zuwiderhandlung auf. In einer Umfrage unter Zahnärztinnen, die ihr Kind während des Studiums bekommen haben, wird deutlich, dass die Bandbreite der Lösungen (oder Reaktionen?) seitens der Kliniken oder direkt der Dozenten bisher enorm war – von sofortigem Verbot der Teilnahme an Kursen über die Verleugnung der Schwangerschaft bis hin zu „zugedrückten Augen“ der Kursleiter war das Spektrum der Reaktionen sehr groß und uneinheitlich, seitens mancher Studentin mit dem Gefühl verbunden, schikaniert worden zu sein. Das neue MuSchG wird hier, wenn erst berufsgruppenspezifische Hinweise für das Zahnmedizinstudium vorliegen, sicher mehr Klarheit für Studentinnen und Dozenten liefern. Entsprechend sind beide „Seiten“ gerufen, sich an der Erarbeitung aktiv zu beteiligen, was derzeit auch geschieht.

Gefährdungsbeurteilung: Details noch offen

Ein Aspekt, der sowohl für die Hochschulen als auch für die Praxen einer grundlegenden Klärung bedarf, ist die genaue, berufsgruppenspezifische Definition der Risiken, die zu einem Beschäftigungsverbot führen sollen, sofern keine Umgestaltung des Arbeitsplatzes möglich ist oder ein alternativer, der Qualifikation entsprechender Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden kann. Solche Kriterien sollen bis Ende 2018 auf der Grundlage aktueller Weiterentwicklungen in den Berufsbereichen erhoben, ausgewertet und formuliert sein und zum 1. Januar 2019 in Kraft treten. Bis dahin gelten die im MuschG gelisteten Risiken und die etwas ungenau definierte „unverantwortbare Gefährdung“.

Still-Dauer: Dentista legt Klärung vor

Als ein nicht klar gezeichnetes Thema mit entsprechend „Deutungsspielraum“ erweist sich laut Dentista der Aspekt der Still-Dauer. Das MuSchG sieht für Stillende dann ein Beschäftigungsverbot vor, wenn ein solches für diesen Arbeitsplatz auch in der Schwangerschaft galt. Zahnärztinnen können nach der Mutterschutzzeit entscheiden, ob sie in Elternzeit gehen oder zurück an ihren Arbeitsplatz möchten. Ist Letzteres bei einer Stillenden der Fall, muss der Arbeitgeber wie bei Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Jedoch sollte sich die Stillende bewusst sein, dass der Kündigungsschutz durch die Schwangerschaft nach 4 Monaten erlischt. Ohne auf weitere Aspekte zu diesem Thema einzugehen (Dentista hat eine Informationsbroschüre zum „Still-BV“ erarbeitet, die auf der Website dentista.de unter „Shop“ bestellt werden kann), zeigt sich: Die Frage der „Still-Dauer“ ist durch den Gesetzgeber bei einem Beschäftigungsverbot nicht definiert. Als problematisch erweist sich der Umstand, dass hinsichtlich der mit einem Beschäftigungsverbot einhergehenden Erstattung des Mutterschutzlohnes („U2-Umlage“) durch die Krankenkassen einige Krankenkassen die Ansicht vertreten, dass § 7 MuSchG betreffend die Freistellung zum Stillen am Arbeitsplatz, die neu in diesem Gesetz auf die Dauer von 12 Monaten nach der Geburt begrenzt wird, auch für die Dauer eines Beschäftigungsverbotes aufgrund des Stillens gilt. Dieser Auffassung schließt sich der Dentista e.V. nicht an, da die „Freistellung“ zum Stillen am Arbeitsplatz nicht mit einem „Beschäftigungsverbot“ vergleichbar ist, in dem es keinen Arbeitsplatz mit entsprechendem Freistellungsbedarf zum Stillen gibt. Das Ergebnis der juristischen Prüfung dieser Sachlage durch Dentista-Rechtsbeirätin RAin Jennifer Jessie (Kanzlei Lyck+Pätzold.healthcare.recht) ist auf der Website dentista.de unter Beruf & Leben > Tipps & Service zu finden.

Still-Bescheinigungen: nicht vorgesehen

Wie Diskussionen im Facebook-Forum des Dentista e.V. zum Thema „Still-BV“ zeigen, gibt es in den Praxen erhebliche Unsicherheiten auch zum Thema Still-Nachweis. Während die Notwendigkeit der Bescheinigungen und die Übernahme entstehender Kosten bei einer Schwangerschaft im MuSchG genauer geregelt ist, findet sich zum Thema Stillen nur der Hinweis auf die Verpflichtung der stillenden Angestellten, den Arbeitgeber über das Stillen zu informieren. Allein schon zur eigenen Absicherung hinsichtlich der Erstattung des Mutterschutzlohnes im Rahmen der „U2-Umlage“ empfiehlt Dentista den Arbeitgebern und ihren angestellten stillenden Zahnärztinnen, bis zur weiteren Klärung dieses Aspekts das Stillen durch eine monatliche Stillbescheinigung zu dokumentieren.

 

4. ZUKUNFTSKONGRESS BERUF & FAMILIE: Erfolgreich, gefragt und vielleicht wichtiger denn je

Der Deutsche Zahnärztetag 2017 in Frankfurt widmete sich fachlichen und berufspolitischen Fragestellungen. Was jedoch den jungen Kolleginnen (und übrigens auch Kollegen) darüber hinaus unter den Nägeln brennt – Fragen zu Anstellung und/oder Niederlassung, Schwangerschaft und Praxis, Familie und Beruf – beantwortete einmal mehr der „Zukunftskongress Beruf & Familie“. In der zwischenzeitlich 4. Auflage erfreute sich die Veranstaltung, die von der Bundeszahnärztekammer und dem Dentista e.V. initiiert und vom BdZA, dem Bundesverband der zahnmedizinischen Alumni tatkräftig unterstützt wurde, enorm wachsenden Zuspruchs: Die Location wurde gewechselt, und wieder gab es für einige nur noch Stehplätze.

Referenten und Veranstalter des „4. Zukunftskongresses Beruf & Familie“ (v.li.) Ingmar Dobberstein, Dr. Juliane Gösling, Dr. Susanne Fath, FZÄ Sabine Steding, Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Dr. Doris Seitz, Martin Boost sowie Prof. Dr. Christoph Benz. Bildquelle: BZÄK/Lopata

Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK, eröffnete den Kongress seitens der BZÄK mit den Worten, er stehe nun hier vor der Zukunft des Berufsstandes: jung, weiblich, und unsicher, ob die berufliche Zukunft in der Niederlassung zu suchen sei – oder doch im Angestelltenverhältnis. Es sei Aufgabe der Kammern, auf die Veränderungen im Berufsstand zu reagieren. An die Teilnehmerinnen appellierte er eindringlich: „Holen Sie sich hier Appetit auf die Niederlassung!“

Auch Dr. Susanne Fath, Präsidentin des Dentista e.V., machte den Anwesenden in der Begrüßung seitens Dentista Lust auf die eigene Praxis: „Es ist wirklich etwas Besonderes, niedergelassen in eigener Praxis für sich und seine Mitarbeiter Verantwortung zu übernehmen – und für seine Patienten da sein zu können. Wagen Sie den Schritt, es lohnt sich!“

FZÄ Sabine Steding, stellvertretende Vorsitzende des BZÄK-Ausschusses Beruflicher Nachwuchs, Familie und Praxismanagement, moderierte den Zukunftskongress. Auch sie wolle „Ihnen allen Mut machen für die Niederlassung“ und versprach Unterstützung. Die BZÄK habe zusammen mit dem Dentista e.V. verschiedene Ratgeber herausgegeben – unter anderem „Verträge mit Herz & Hirn“ sowie „Schwangerschaft“, die den Kolleginnen Hilfestellung in schwierigen Fragen geben könne.

Senioren – die Patienten der Zukunft

Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der BZÄK, stellte vor allem die Zukunftsaussichten der Zahnmedizin in den Fokus seines Referats. Die „dramatische demographische Entwicklung“ bringe es mit sich, dass schon heute jeder fünfte Patient über 65 Jahre alt sei. „Wenn Sie also jetzt auf eine wachsende Patientengruppe setzen möchten, eröffnen Sie eine Praxis für Senioren!“ Hilfreich könne hier zum Beispiel sein, ältere Mitarbeiter zu beschäftigen – so könne man Augenhöhe herstellen, auch als junge Zahnärztin. Dass eine Praxis heute barrierearm geplant werden sollte, sei eigentlich selbstverständlich. Und auch Prof. Benz appellierte: „Lasst den zahnärztlichen Beruf in freier Praxis nicht sterben!“ Eine Praxisneugründung müsse nicht zu teuer sein. Bei Übernahme einer bestehenden Praxis könne beispielsweise zunächst mit „Akzenten“ gearbeitet werden, um die eigene Linie zu etablieren. „Zu viel Kredit macht immer unentspannt. Also: Planen Sie kreativ!“

Schwanger in der Praxis – und dann?

Dr. Juliane Gösling, Referentin der BZÄK für zahnärztliche Berufsausübung, traf mit ihrem Vortrag „Praxis, Familie und Schwangerschaft“ auf großes Interesse. Gerade für Zahnärztinnen, die sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie wünschten, sei die Frage nach der Niederlassung in eigener Praxis nicht leicht zu beantworten. Einerseits böte die Selbständigkeit natürlich erhebliche Gestaltungsmöglichkeiten, auch, was die Zeiteinteilung beträfe. Andererseits trage die Praxischefin natürlich auch Verantwortung für Mitarbeiter und Patienten. Die Feststellung „Ich bin schwanger“ habe in der zahnärztlichen Praxis noch weitreichendere Konsequenzen als anderswo. „Ist Ihre angestellte Zahnärztin schwanger, tritt zum Schutz des ungeborenen Kindes sofort das Beschäftigungsverbot in Kraft.“ Dies könne auch nicht umgangen werden „auch nicht, wenn die Schwangere dies ausdrücklich wünscht!“ Ausnahme seien hier die selbständigen Kolleginnen, diese könnten so lange arbeiten, wie sie dies für richtig hielten. Detailliert ging Dr. Gösling auf Fragen des Kündigungsschutzes während Schwangerschaft und Mutterschutz ein. Auch Dr. Gösling verwies auf den zuvor durch Sabine Steding vorgestellten BZÄK-/Dentista-Ratgeber zum Thema Schwangerschaft, der viele dieser Fragen beantworte.

Ingmar Dobberstein, Vorsitzender des Bundesverbandes der zahnmedizinischen Alumni in Deutschland e.V. (BdZA), brachte die Anwesenden in „Work-Life-Balance“. Die Bedeutung des Begriffs hätte sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Während noch die letzte Generation darunter verstanden hätte „Wie viel Freizeit bekomme ich im Leben unter“ stelle sich heute auch in Deutschland vielen die Frage „Wie viele Jobs brauche ich, um leben zu können? Und heute wachsen bereits Menschen auf, die morgen Jobs machen, die wir jetzt noch gar nicht kennen!“

Mehr Frauen in die Standespolitik

Zurück im Hier und Jetzt eröffnete Dr. Gudrun Kaps-Richter, Mitglied der Vertreterversammlung KZV BW, ihren Vortrag mit der provokanten Frage „Brauchen wir heute überhaupt noch Standespolitik?“ Die Antwort sei ein klares „Ja – vor allem für uns Frauen!“. Frauen stellten an Berufstätigkeit spezielle Ansprüche, und diese gelte es zu vertreten. Beim Blick in die ein Stockwerk höher tagende Bundesversammlung falle auf, dass in der Berufspolitik nach wie vor überwiegend Männer über Zukunftsfragen des Berufsstandes entschieden, die immer mehr Frauen beträfen. „Das liegt aber nicht allein an den Männern – es fehlen einfach die Frauen, die sich zur Verfügung stellen. Deshalb bitte ich Sie: Kandidieren Sie! Es geht um Ihre Zukunft!“

Dies bekräftigte auch Moderatorin FZÄ Sabine Steding. Sie selbst sei seit vielen Jahren standespolitisch engagiert, „neben Praxis und Familie“. Unterstützt habe sie ein „sehr gutes Zeitmanagement und ein tolles privates Netzwerk“, dann sei ein solches Engagement zwar immer noch nicht einfach, „aber machbar. Die Strukturen sind ja da – haben Sie einfach Vertrauen in sich!“

Die sich anschließende, intensive Diskussion zwischen Auditorium und Gesprächsforum mit Kolleginnen aus der Praxis zeigte, wie viele Fragen rund ums Thema „Beruf & Familie“ den jungen Zahnärztinnen auf der Seele liegen. So ging am späten Nachmittag ein sehr erfolgreicher 4. Zukunftskongress im Rahmen des Deutschen Zahnärztetags zu Ende.

BESCHÄFTIGUNGSVERBOT BEI STILLENDEN MÜTTERN: Dentista-Informationsbroschüre vorgestellt

Stellten Aspekte zum „Still-BV“ und dessen komplexe Auswirkungen auf die Zahnarztpraxen vor: RAin Jennifer Jessie (Dentista-Rechtsbeirätin, rechts) und Projektleiterin PD Dr. Dr. Christiane Gleissner (Bild: Dentista e.V.)

Am Rande des Deutschen Zahnärztetages hat der Dentista e.V. in einer Informationsveranstaltung für Mitarbeiter der Körperschaften, die Ansprechpartner zum Thema Beschäftigungsverbot in Zahnarztpraxen sind, am 9. November 2017 in Frankfurt die aktuellen, vor allem aber die künftigen gesetzlichen Grundlagen zum Beschäftigungsverbot stillender angestellter Zahnärztinnen vorgestellt. Das Thema hat durch wachsende Nachfrage seitens der jungen Mütter, aber auch der Arbeitgeber/innen in den Zahnarztpraxen zum korrekten Prozedere einen erheblichen Druck entfaltet. Zudem zeigte sich, dass Rat und Informationen suchende Zahnärztinnen und Zahnärzte divergierende Auskünfte erhielten, einerseits bei den zuständigen Krankenkassen, andererseits aber auch in manchen der zahnärztlichen Körperschaften. Da diese für die sachgerechte Information ihrer Mitglieder zuständig sind, der Dentista Verband andererseits quasi an der Quelle der Sorgen und Unsicherheiten der Betroffenen durch sehr engen Austausch mit den Zahnärztinnen agiert, hat der Verband der Zahnärztinnen die Initiative ergriffen und gemeinsam mit der Rechtsbeirätin des Verbandes, RAin Jennifer Jessie (Kanzlei Lyck+Pätzold. healthcare.recht), das aktuelle alte, vor allem aber das ab 1. Januar 2018 in Kraft tretende neue Mutterschutzgesetz (MuSchG) auf die Regelungen zu diesem speziellen Aspekt überprüft. Zusammen mit einer Reihe von Fragen aus dem Kreis der Mitglieder – sowohl in der Rolle als angestellte Zahnärztin als auch als Arbeitgeberin/Selbständige – ist eine Informationsbroschüre entstanden, die nicht nur Details zu den Vorschriften enthält, sondern in der Zieldefinition des neuen MuSchG auch verdeutlicht, welche Intention der Gesetzgeber mit den neuen Regelungen verfolgt. Der Fragenkatalog betrifft Aspekte wie Ausstellen einer Stillbescheinigung und Verpflichtung zur Vorlage beim Arbeitgeber über das Thema Umlagefähigkeit des „Still-BV“ und Beantragungswege bis hin zum Bereich Kündigungsschutz und Rückkehr an den Arbeitsplatz.

Die Teilnehmer an der Informationsveranstaltung haben die Initiative des Dentista e.V. begrüßt; sie werden auf Wunsch in Zukunft über weitere sich ergebende Fragen und rechtliche Einschätzungen automatisch unterrichtet. Die vom Dentista Verband empfohlene Einrichtung von „Mutterschutzlosten“ in den Körperschaften könnte damit auf einem ersten Weg sein.

RAin Jessie wies bei der Veranstaltung darauf hin, dass viele Aspekte abhängig sind vom jeweiligen Arbeitsvertrag zwischen Arbeitgeberin und Arbeitnehmerin und individuell geklärt werden müssten – zumal beim Thema Gehaltsweiterzahlung. PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Leiterin Beirat Wissenschaft des Dentista e.V. und Projektleiterin „Still-BV“, machte deutlich, dass mit dem MuSchG am 1. Januar ein Gesetz in Kraft tritt, dessen weitreichende Umsetzungsfolgen für die Zahnarztpraxen noch gar nicht alle absehbar sind – das hätten nicht zuletzt erste Diskussionsrunden im neu eingerichteten Ausschuss Mutterschutz am Bundesfamilienministerium bereits erkennen lassen. Beispielsweise gelte das MuSchG auch für Studentinnen der (Zahn-)Medizin und müsse durch die Hochschulen umgesetzt werden, die sich infolgedessen mit zahlreichen zusätzlichen Verwaltungsaufgaben bei allseits bekannter unzureichender Personalausstattung konfrontiert sähen.

9. HTS: Funktionsstörungen von A wie Arbeitsplatz bis Z wie Zahnersatz

Für das diesjährige Hirschfeld-Tiburtius-Symposium hatte der Dentista e.V. am 22. und 23. September 2017 eine besonders schöne Location gewählt: Schloss Tremsbüttel bei Hamburg. Das Gelände bot nicht nur einen stilvollen Rahmen für die Tagung selbst, sondern auch einen einladenden Schlossgarten für Pausen und Spaziergänge. 

Inhaltlich hatte das HTS 2017 viel Neues zu bieten: Erstmals stand nicht nur Fachlich-Innovatives aus der Zahnmedizin auf dem Programm, sondern auch Fragen aus dem Bereich „Team – Führung“. Den Auftakt gab mit Dr. Andrea Diehl und ZTM Jacqueline Riebschläger ein eingespieltes Berliner Team, das den Teilnehmerinnen einen faszinierenden Einblick in die Funktionstherapie mit gefrästen Schienen gab. Beide arbeiten in Praxis und Labor eng zusammen und stellten anhand eigener Fälle die Vorteile der gefrästen Polycarbonatschiene (sog. „Snap-on-Schiene“) dar – für Behandler und Patient. „Die Snap-on-Schiene füllt auf, was fehlt“, so ZTM Jacqueline Riebschläger, „sie wird auf unbeschliffene Zähne aufgesetzt und ermöglicht dem Patienten sofort ein deutlich höheres Maß an Lebensqualität.“  Die hohe Flexibilität des thermoplastischen Kunststoffs ermöglichten eine Tragezeit von 23 Std./ Tag, bis zu einem Jahr.

Team-Vortrag zur Funktionstherapie: ZTM Jaqueline Riebschläger und Dr. Andrea Diehl

Dr. Andrea Diehl unterstrich die Bedeutung der Schiene in der Funktionstherapie: Die Snap-on-Schiene sei kein Zahnersatz, sondern als „noninvasive, reversible Initialtherapie der allererste Schritt zur Wiederherstellung der Funktion.“ Grundlegend sei das Wissen um die Anatomie: „Um zu verstehen, wie das Kiefergelenk funktioniert, muss ich verstehen, wie die Muskeln drum herum arbeiten.“ Die klassische Ursache einer CMD sei in der Schwäche des Musculus masseter zu finden: „Wenn Ursprung und Ansatz des Muskels sich annähern, kann er nicht arbeiten.“ Eine Stimulation des gestörten Systems durch Einsatz einer gefrästen Polycarbonatschiene bringe hier sofort Entlastung. „Und zwar in dem Moment, wenn Sie die Schiene einsetzen“ – was mitgebrachte Videos sowie eine kleine Live-Demonstration eindrucksvoll darstellten.

Wenn´s im Team knirscht

Referent RA Carsten Wiedey beantwortete zahlreiche rechtliche Fragen

Der zweite Teil des HTS befasste sich ebenfalls mit Funktionsstörungen – mit denen im Team von Praxis und Labor. RA Carsten Wiedey/Hamburg  zeigte die rechtliche Seite auf – und warnte gleich zu Beginn: „Sobald Sie den Anwalt reinbringen, ist die gute Laune erst mal weg.“ RA Wiedeys Beitrag hatte klaren Workshop-Charakter: Neben der Klärung grundsätzlicher Fragen wie z.B. das  Aussprechen einer Abmahnung, die Gründe für  außerordentliche oder ordentliche Kündigungen, besonderem Kündigungsschutz und dem Umgang mit schwierigen Mitarbeitern nahmen individuelle Themen der Teilnehmerinnen breiten Raum ein.

Dr. Anke Handrock referierte über den Umgang mit Konflikten

Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, schloss Dr. Anke Handrock/Berlin ihren Vortrag „Schlichten oder nicht?“ an. „Welche Konflikte gibt es? Woher kommen sie? Wie gehen wir am besten mit ihnen um und wann lohnt es sich (noch), einzugreifen?“ Um dies zu beantworten, sei es enorm wichtig, den Konflikt rechtzeitig zu erkennen und verschiedene Phasen zu unterscheiden. Hier sei Führungspersönlichkeit gefragt: „Sorgen Sie dafür, dass das gesamte Team seine Aufmerksamkeit auf ein Thema richtet – dann ändert sich was.“ Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, sei eine zielorientiere Fragestellung: „Ein ,warum´ zieht stets eine Rechtfertigung nach sich, ein ,wozu´ erklärt das Ziel.“

Am Ende des zweitägigen Symposiums konnte Präsidentin Dr. Susanne Fath ein klares Votum der Teilnehmerinnen entgegennehmen: Das neue Konzept kommt an! Der Mix aus Fach- und Praxisthemen soll auch beim HTS 2018 beibehalten werden – zu dem der Dentista e.V. am 8. und 9. Juni 2018 nach Leipzig einlädt.

 

ANFANG, ENDE, RÜCKENWIND: Mitgliederversammlung des Dentista e.V. unter besonderen Bedingungen in besonderem Ambiente

Der bereits im letzten Jahr verjüngte Vorstand des Dentista e.V. begrüßte herzlich die neue Schriftführerin Doris Hoy-Sauer (2.v.li.): Präsidentin Dr. Susanne Fath, Vizepräsidentin Juliane von Hoyningen-Huene, Schatzmeisterin Dr. Kathleen Menzel, Beirat Wissenschaft PD Dr. Dr. Christiane Gleissner sowie die Vorsitzende des Forums Zahntechnikerinnen, ZTM Annette von Hajmasy (nicht im Bild).

Für Jahrestagung und Mitgliederversammlung 2017 hatte der Dentista e.V. eine besonders schöne Location gewählt: Schloss Tremsbüttel bei Hamburg. Das Gelände bot nicht nur einen stilvollen Rahmen für die Tagung selbst, sondern auch einen einladenden Schlossgarten für Pausen und Spaziergänge.

Die Präsidentin Dr. Susanne Fath/Berlin zog ein Resümee zu den Aktivitäten des Verbandes im vergangenen Jahr. Klare Schwerpunkte: Das alljährliche Hirschfeld-Tiburtius-Symposium, die Stammtische der Dentista-Regionalgruppen sowie die Erstellung und Erweiterung von Ratgebern zu unterschiedlichen Themen. Auch die Kommunikation zwischen den Mitgliedern werde immer intensiver, vor allem im Bereich der sozialen Medien. „Dentista wird immer mehr der Ansprechpartner, wenn es um Fragen rund um Beruf und Familie geht – für Zahnärztinnen, Zahntechnikerinnen, aber zunehmend auch für die männlichen Kollegen“, freute sich Dr. Fath über die Vielzahl von Fragen und Ideen. Freuen kann sich der Verband auch über eine überproportional steigende Anzahl an neuen Mitgliedern aus allen Stadien der Berufstätigkeit – mit einem Schwerpunkt bei den jungen Kolleginnen. Dies zeige, dass die Arbeit des Verbandes deutlichen Rückenwind aus dem Kreis der Zahnärztinnen und Zahntechnikerinnen erhalte.

Im Zentrum der diesjährigen Mitgliederversammlung standen einige Veränderungen. Bereits im Sommer hatte Doris Hoy-Sauer/Augsburg die Aufgaben der Pressestelle von Birgit Wolff übernommen, sie wurde nun auch persönlich den Mitgliedern vorgestellt und willkommen geheißen. Wie schon seit einigen Monaten geplant, gab Birgit Wolff, Initiatorin und Gründungsmitglied des Dentista e.V., im Rahmen der Mitgliederversammlung nun auch ihr Vorstandsamt als Schriftführerin mit Verweis auf gesundheitliche Einschränkungen zurück. Der Vorstand betonte die Bedeutung einer engen Verbindung von Pressestelle und Einbindung in die Vorstandsarbeit, um Werte und Intentionen des Verbandes spürbar in die Fachwelt tragen zu können, und schlug entsprechend Doris Hoy-Sauer als Schriftführerin vor. Der Empfehlung folgte die Mitgliederversammlung einstimmig und begrüßte das neue Vorstandsmitglied mit Beifall.

Mit herzlichen Worten verabschiedeten Präsidentin Dr. Susanne Fath (re.) im Namen des gesamten Vorstands Birgit Wolff, Initiatorin und Gründungsmitglied des Dentista e.V., aus dem Vorstand. Die Mitglieder ehrten die „Dentista Mum“ mit standing ovations.

Ohnehin wurde die enge Verbundenheit von Mitgliedern und Vorstand in vielen Momenten der Mitgliederversammlung deutlich: Nachfragen, Anregungen und Unterstützung machten dies ebenso spürbar wie die Diskussion zur Beitragsordnung, die eigentlich nur routinemäßig, wie alle paar Jahre, auf Angemessenheit geprüft werden sollte. Aus dem Kreis der Mitglieder kam dabei die Empfehlung, den Jahresbeitrag für die ordentlichen Mitglieder sogar etwas zu erhöhen, als Anerkennung für Arbeit des Verbandes und seines rein ehrenamtlich tätigen Vorstandes – und um den für den Berufsstand, besonders aber für die Zahnärztinnen und Zahntechnikerinnen dienenden Projekten mehr Potential zu geben. Etwas überrascht, aber auch bewegt stellte der Vorstand den Vorschlag zur Beitragserhöhung zur Abstimmung, die ein einstimmiges Ergebnis brachte.
Mit ehrenden Worten seitens der Präsidentin und standing ovations seitens der Mitglieder wurde Birgit Wolff aus der aktiven Arbeit für den Verband verabschiedet. Sie verwies in ihren Dankesworten auf die langjährige hoch erfolgreiche Zusammenarbeit im Vorstandsteam und ihre große Freude, die Arbeit des Verbands in dessen erfahrenen und kreativen Händen zu wissen. Sie werde die Arbeit des Verbandes natürlich weiter verfolgen. „Vielleicht werde ich in Zukunft weniger ,Pflichten´ haben, was den Verband betrifft – aber ganz sicher werde ich mit viel Freude als ,Dentista Mum´bei einigen Veranstaltungen, Stammtischen und im Kreis der Dentistas dabei sein.“

BERATER IN DEN KÖRPERSCHAFTEN: Dentista fordert Einrichtung von “Mutterschutz-Lotsen”

Dekofoto/Quelle: Fotolia/contrastwerkstatt

Seit langem begleitet der Zahnärztinnenverband Dentista e.V. die Erlebnisse von schwangeren angestellten und selbständigen Zahnärztinnen auf der Suche nach Informationen, wie sich die beginnende (oder bereits erreichte) Mutterschaft auf ihre Berufstätigkeit auswirkt. Ein erstes Ergebnis dieser Arbeit ist die Erstellung des bekannten Ratgebers „Schwangerschaft“ in Zusammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer. Die Publikation ist eine große Stütze – allerdings bei weitem nicht ausreichend für die vielfältigen Fragen der Zahnärztinnen und auch vieler Zahnärzte.

Zudem erleben Dentista-Vorstands-Mitglieder in Gesprächen mit jungen Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie auch mit Arbeitgebern nicht selten erhebliche Informationsdefizite in den Körperschaften – rund um das Beschäftigungsverbot, das Still-Beschäftigungsverbot, die Mutterschutzzeit, Elternzeit, allgemeine Elterngeldhinweise etc. Hier ist beratende Expertise gefragt, die die beruflichen Rahmenbedingungen für einen mittlerweile erheblichen und steigenden Anteil der Mitglieder der Körperschaften betrifft. Beruf & Familie gehören zu den Key-Points der Interessen der jungen Generation, auch der jungen männlichen Zahnärzte.

Dentista hält daher in den Körperschaften die Benennung eines „Mutterschutz-Lotsen“ (m/w) mit weitgehender Expertise in den entsprechenden Themenfeldern für erforderlich, um den Mitgliedern der Körperschaften eine sachkundige Anlaufstelle zu bieten. Um dies zu unterstützen und grundlegende Erfahrungen und Sachstände zu übermitteln, hat Dentista am 9. November 2017/15 – 17 Uhr, im Rahmen des Deutschen Zahnärztetages in Frankfurt, in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Lyck+Pätzold. healtcare+recht Mitarbeiter/innen aus den Verwaltungsebenen der Körperschaften zu einem Basis-Informationsnachmittag eingeladen.

Dabei wird die aktuelle Rechtslage aufbereitet übermittelt, auf der Grundlage der politischen Linie der Bundeszahnärztekammer im Bereich Beschäftigungsverbot.

Deko-Foto: Fotolia/contrastwerkstatt

9. HIRSCHFELD-TIBURTIUS-SYMPOSIUM DES DENTISTA E.V.: Gefräste Schienen – neue Wege in die Funktionstherapie

Hirschfeld-Tiburtius-Symposium findet am 22. und 23. September 2017 erstmals in Hamburg statt

Veranstaltungsort des  9. HTS: das Schlosshotel Tremsbüttel, malerisch eingebettet in die holsteinische Landschaft. Bildquelle: Fotolia/Oliver Renter

Das 9. Hirschfeld-Tiburtius-Symposium des Dentista e.V., kurz HTS, zeigt sich in diesem Jahr mit völlig neuem Konzept: Die bislang „traditionell“ Berliner Veranstaltung wird künftig an verschiedenen Orten in ganz Deutschland stattfinden. Den Auftakt gibt am 22. und 23. September 2017 das Schlosshotel Tremsbüttel bei Hamburg.

Auch inhaltlich ist vieles neu: „Das Programm verbindet Fachlich-Innovatives aus der Zahnmedizin mit Kernthemen aus dem Bereich Praxis- und Labormanagement; einem Bereich, der zunehmend mehr Raum im Praxisalltag einnimmt, und in der universitären Ausbildung gar nicht vorkommt“, so die Wissenschaftliche Leiterin PD Dr. Dr. Christiane Gleissner/Mainz. Das HTS-Symposium zeichne sich stets durch eine rege Beteiligung der Mitglieder bei den Diskussionen der Fachvorträge aus. „Um dem Rechnung zu tragen und den Ideen und Anliegen unserer Teilnehmerinnen noch mehr Raum zu geben, haben wir dem HTS einen eher workshop-artigen Charakter verliehen.“ Das neue Konzept gehe klar auf Wünsche und Vorstellungen der Mitglieder zurück, auf deren Basis der Dentista-Vorstand das „neue HTS“ konzipierte.

Im Fokus des zweitägigen Symposiums steht das Thema „Funktion – von A wie Arbeitsplatz bis Z wie Zahnersatz“. Am Freitag stehen zunächst die Fachthemen auf dem Programm: Dr. Andrea Diehl und ZTM Jacqueline Riebschläger, beide aus Berlin, werfen zum Thema „Gefräste Schiene“ einen Blick in die digitale Zukunft von Praxis und Labor und zeigen „Neue Wege in der Funktionstherapie“ auf. Die Schienentherapie begleitet heute die unterschiedlichen Behandlungskonzepte. Von der einfach hergestellten Aufbissschiene über die Michigan-Schiene bis zur axiographieunterstützten Repositionierungsschiene steigt mit dem Aufwand der Herstellung der jeweiligen Schiene auch der therapeutische Anspruch an die Zahnärztin. Welche Behandlungsziele diese womit erreichen kann, was sich am besten ergänzt, wann Schienen dem Patienten höchsten Nutzen bringen und welche Vorteile ein digitalisierter Herstellungsprozess bietet – all das soll in Hamburg diskutiert werden. „Wir freuen uns schon jetzt auf den regen fachlichen Austausch mit den Teilnehmerinnen“, so die Wissenschaftliche Leiterin. An den fachlichen Nachmittag schließt sich die Mitgliederversammlung an; ausklingen wird der Tag mit einem gemeinsame Dinner, das kollegialen Austausch und interessante Begegnungen verspricht – und die Gelegenheit, die besondere Atmosphäre des  Schlosshotels Tremsbüttel ausgiebig zu genießen.

Der Samstag befasst sich mit „Funktionsstörungen im Team“. Rechtsanwalt Carsten Wiedey/Hamburg, Spezialist für Arbeits- und Medizinrecht, zeigt in seinem Vortrag Möglichkeiten und Grenzen sowohl für Praxis- und Laborinhaberinnen auf als auch für angestellte Führungskräfte der Zahnmedizin und Zahntechnik. „Wenn das Betriebsklima brennt“ lautet der Titel seines Vortrags, in dem er den rechtlichen Handlungsrahmen für Konflikte absteckt, die außer Kontrolle geraten sind. Damit es gar nicht erst so weit kommt, übernimmt Dr. Anke Handrock aus Berlin und referiert über das schwierige Thema „Konfliktmanagement: Einmischen, Schlichten oder Raushalten?“. Neben der Patientenbehandlung werden Zahnärztinnen und Zahnärzte, aber auch Zahntechnikerinnen und Zahntechniker als „Teamleader“ immer stärker gefordert. Gute Mitarbeiter nicht nur zu finden, sondern langfristig an Praxis oder Labor zu binden, ist ein Garant für dauerhaften Erfolg. Deshalb ist es wichtig, die Stärken und Schwächen von Labor und Praxis genau zu kennen, um Ziele systematisch zu strukturieren und umzusetzen.

Den geeigneten Rahmen für das erste „neue“ Hirschfeld-Tiburtius-Symposium fanden die Dentista-Verantwortlichen am Stadtrand von Hamburg: das Schlosshotel Tremsbüttel, malerisch eingebettet in die holsteinische Landschaft. Das Märchenschloss aus dem 19. Jahrhundert mit seinem modernen Tagungshotel ist eine der besten Adressen für Seminare und Feiern, dessen besonderem Charme bereits Matthias Claudius sowie Wilhelm von Humboldt erlegen sind. Für die Teilnehmer des HTS steht im Schlosshotel Tremsbüttel ein Zimmerkontingent zur Verfügung. Buchbar ist dieses mit Angabe des Stichworts „Dentista HTS“ direkt über das Hotel.

Mehr Informationen finden Sie auf www.dentista.de/hts-symposium

Flyer & Anmeldeformular

DENTISTA E.V. UND KANZLEI LYCK+PÄTZOLD KOOPERIEREN: „Anstellungskultur“ im Berufsstand entwickeln

Gemeinsame Presseinformation des Dentista e.V. und der medizinrechtlichen Kanzlei Lyck+Pätzold. healthcare.recht vom 18. Juli 2017

Das Kanzleiteam gratulierte bei der IDS dem Dentista e.V. zum 10jährigen Jubiläum im Rahmen der Geburtstagsfeier auf dem Gemeinschaftsstand der Bundeszahnärztekammer (v.r.: Katri Helena Lyck, Dentista Vizepräsidentin Juliane von Hoyningen-Huene, Dentista-Büroleiterin Amelie Stöber und RAin Jennifer Jessie)

Erst seit dem 1. Januar 2007 sind mit dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG) im zahnärztlichen Berufsstand die Anstellungsmöglichkeiten von Zahnärzten zahlenmäßig deutlich erweitert worden – ein noch nicht allzu langer Zeitraum, der die Entwicklung einer „Anstellungskultur“ noch nicht ermöglicht hat. Die Folgen zeigen sich insbesondere im Bereich weiblicher Angestellter in kleineren Praxisstrukturen: Beschäftigungsverbote für Angestellte bei Schwangerschaft und in der Stillzeit, aber auch Ausfälle durch Elternzeit sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen jungen Zahnärzten bringen den Ablauf in mancher Praxis erheblich aus dem Lot.

Der Dentista e.V. steht in enger Verbindung zum Alltag der Zahnärztinnen bei diesem Thema und kennt die Nöte der Arbeitgeber/innen ebenso wie die Sorgen der Arbeitnehmerinnen, die ihr gesetzliches Recht auf Beschäftigungsverbot bei Schwangerschaft und in der Stillzeit in Anspruch nehmen. In den letzten Jahren wurde unter anderem in Zusammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer der Ratgeber „Schwangerschaft – Beruf & Familie“ entwickelt, der auch manchen Landeszahnärztekammern mittlerweile als Unterstützung bei anfragenden Zahnärztinnen und Zahnärzte dient. Dennoch zeigt sich, dass viele Fragen offen bleiben und auch nicht immer von den zuständigen Körperschafen regelgerecht beantwortet werden. Zudem führen die Ausfälle angestellter Zahnärztinnen und Zahnärzte in den Praxen nicht selten zu erheblichem emotionalen Stress und einer Belastung der künftigen weiteren Zusammenarbeit. Es sei schwer hinnehmbar, so der Dentista e.V., dass der Anlass der Konflikte, die Erwartung eines Kindes, in vielen Praxen nicht als „freudiges Ereignis“ betrachtet werde, sondern als „Störfall“. Hier zeige sich deutlich, dass dem Berufsstand Unterstützung bei der Entwicklung eines konstruktiven Miteinanders dienen könne.

Die noch nicht entwickelte „Anstellungskultur“ im zahnärztlichen Berufsstand beschrieben RAin Katri Helena Lyck und Kollegin RAin Jennifer Jessie bei einem Arbeitstermin von Dentista e.V. und der Kanzlei Lyck+Pätzold. healthcare.recht (Bad Homburg) zur inhaltlichen Ausrichtung der im Frühjahr 2017 vertraglich fixierten Zusammenarbeit. Es sei ein komplizierter Weg, diese zu entwickeln, und er führe über viele Steine von Berufsordnung bis zu gesetzlichen Vorschriften. Den Anfang, so wurde verabredet, stelle eine fundierte und praxistaugliche Information der Zahnärztinnen und Zahnärzte über die rechtlichen Rahmenbedingungen dar, der gemeinsam auf- und ausgebaut werde in den bislang noch nicht definierten Teilbereichen rund um das Beschäftigungsverbot. Dabei ist die Liste der gemeinsam fokussierten Aufgaben der Zusammenarbeit erheblich länger: Sie wird weitere Aspekte aufgreifen, die das Miteinander im zahnärztlichen Berufsstand und die aus dem Feld „Beruf & Familie“ im weitesten Sinne entstehenden Problemfelder optimieren helfen. Sowohl der Dentista e.V. als auch die Kanzlei Lyck+Pätzold. healthcare.recht, die die Einladung zur Aufgabe als Rechtsbeistand des Dentista e.V. mit viel Begeisterung angenommen hatte, sehen ihre gemeinsame Arbeit auch als politische Herausforderung an: Die Rahmenbedingungen seien durch Gesetze geprägt, die die Standespolitik zu vertreten habe – entsprechend müsse man hier mit zukunftsoffenem Blick Lösungen bei Spannungsfeldern andenken.

Für die Kanzlei bedeutet die neue Zusammenarbeit eine besonders spannende Herausforderung. Seit 15 Jahren berät die Kanzlei Zahnarztpraxen, angefangen von der Gründungsphase bis hin zur Praxisabgabe. Aufgrund der umfassenden Marktkenntnis und des breiten Netzwerks ist die Kanzlei für ihre Mandanten Partner und Berater bei allen rechtlichen und strategischen Fragestellungen. Dabei steht die Lösungsorientierung im Vordergrund. So auch bei den mit dem Dentista e.V. gemeinsam ins Auge gefassten Themen. Nach Ansicht der Anwältinnen wird es bei der wachsenden Anzahl von weiblichen Berufsträgern zunehmend an Bedeutung gewinnen, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmerinnen sich mit den Regelungen und Modalitäten rund um die Familienplanung frühzeitig beschäftigen und diese Lebensphasen in die Praxistätigkeit mit einkalkulieren. Es wird darum gehen, zukunftsorientierte, transparente Lösungen zu finden und zu entwickeln, die für alle Beteiligten fair und realisierbar sind. Familienplanung und Beruf darf kein Widerspruch, sondern sollte eine selbstverständliche Bereicherung sein. Dies erfordert eine Anstellungskultur, die durch ein Gespür für die Interessen des jeweiligen Gegenübers geprägt ist. Dies gemeinsam mit Dentista weiter auf den Weg zu bringen, um den Zahnärztinnen und Zahnärzten umsetzbare Lösungen an die Hand zu geben, ist eine ganz besondere Zukunftsaufgabe für Lyck+Pätzold. healthcare.recht, die sie mit viel Leidenschaft und Kreativität angehen wird.